Tag

Rock

Genähtes

Zum Galaball

Alle zwei Jahre lädt unsere Tanzschule Kursteilnehmer und Tanzkreisbesucher zum Galaball ein, ein großes Fest, das natürlich ein entsprechendes Erscheinungsbild, sprich: Abendkleid und -anzug verlangt. Der Gatte – schnell entschieden – würde sich wie zur Hochzeit in Moskau kleiden, mein gelbes Kleid jedoch kam nicht auf Bodenlänge.

Nach einiger Überlegung, „Wie oft trage ich ein bodenlanges Abendkleid?“ entschied ich mich für einen langen Rock aus dunkelblauer Seide und ein Oberteil aus fast weißem Satin. Den Rock konstruierten wir nach einem Modell, das ich vor einiger Zeit gesehen hatte, das Top entstand nach einem Burda-Schnittmuster aus dem Augustheft 2017.

Schnitt 106 war leicht zu nähen, die kastige Form gefiel mir gut. Um beim Tanz nicht allzu persönliche Einblicke zu gewähren, wurden die Seiten etwas verschmälert.

Der dicke Satin ist sehr steif,

 

 

Die Falte unten am Ärmel gibt ihm Form.

Um das Ganze etwas festlicher – und wintertauglicher – zu machen, haben wir aus blauen Pelzresten kleine Manschetten für die Handgelenke genäht. Ein Foto werde ich nachreichen.

Leider bin ich nicht ganz zufrieden mit dem Top: Ende November ist es so kalt, daß man etwas darunter tragen muss, was dann beim Tanzen immer wieder  im Ausschnitt sichtbar wurde. Das störte mich sehr, daher werde ich eine Variante mit engerem Halsausschnitt und einem Reißverschluss nähen. Aus einem kleinen Stoffladen in München habe ich interessante Verschlüsse mitgebracht, die sich eigneten.

Mitbringsel aus München

Dieses Modell bleibt für Sommertage – oder wird an die Töchter weitergereicht.

bodenlang, noch ungesäumt

Der Rock war relativ schnell genäht. Wichtig waren mir das hohe Bündchen, damit beim Tanzen bei erhobenem Arm die Taille bedeckt bliebe, und die großen Taschen in den Seitennähten. Das Rockfutter gibt der Seide mehr Stand- und während das Futter einfach mit „Einschlag- Umschlag “ gesäumt wurde, habe ich den Oberstoff vorsichtig per Hand angehext. Nach dem Ball mußten einige Stellen ausgebessert werden, im Gedränge gab es den ein oder anderen „Fehltritt“, trotzdem gefällt es mir so besser als ein durchgesteppter Saum.

Das Taillenbündchen ist gute sieben Zentimeter breit.

 

 

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So viele Ideen, oder: das wunderbare Septemberheft 2017 von Burda

Im Moment habe ich viel mehr Ideen, als ich realistisch nähen kann. Halbfertig sind ein gelber Wollrock aus der besten Burda seit langer Zeit, dem Septemberheft 2017.

Burda 9-2017, Modell 114

Den wunderbar weichen Wollstoff habe ich im Frühjahr bei Arts in Fabrics in München gekauft, und nach dem Zuschnitt ergibt sich tatsächlich noch genug Stoff für eine passende Weste; zufälligerweise passt er genau zu einem alten Harris Tweed Blazer, den ich sicher schon zehn Jahre im Schrank habe.

Die große Falte im Vorderteil habe ich sorgfältig zugeheftet und nachdrücklichst gebügelt, hoffentlich behält sie die Form.

Türkise Heftfäden halten die Falte zusammen.

Dann hängt das rote Kleid nach dem Makerist-Kurs von Inge Szoltysik-Sparrer auf dem Bügel und wartet aufs Abstecken:

Etui-Kleid von Inge Szoltysik-Sparrer,

Der Viskose-Crepe von Ticino ist recht empfindlich,

 

die gängigen Stecknadeln sind zu grob, so daß ich auf ganz feine zurückgreifen musste, auch ein Mitbringsel aus München, diesmal aus dem Nähladen von Ludwig Beck.

Ebenfalls aus der September-Burda Kleid 116B, das auch als Einzelschnitt den Ausgaben im Handel beigelegt war. Auf telefonische Anfrage habe ich als Abonnentin den Schnitt zugeschickt bekommen.

Es wäre wirklich schön, wenn Burda wie so viele englische Nähmagazine regelmäßig Einzelschnitte dabei hätte, vielleicht auch in Kooperation mit Simplicity oder anderen Labels; man könnte ohne großen Aufwand etwas anderes kennenlernen und ausprobieren. Mir ist schon klar, daß man sich nicht unbedingt Konkurrenz ins Haus holen möchte, trotzdem könnte manche Zusammenarbeit für beide Seiten fruchtbar sein – und da Burda international vertreten ist, könnte auch die deutsche Ausgabe von grenzüberschreitender Zusammenarbeit profitieren.

116 B nähe ich aus einem blau-schwarzen Fischgrätflanell, 65% Wolle, 35% Polyester. Mittlerweile ist es zugeschnitten; anstatt die Bänder beidseitig aus dem Flanell zu nähen, habe ich mich für die Rückseite aus Seidenresten vom Ballrock entschieden. Damit werden sie nicht so dick und bleiben bei Bewegung nicht auf dem Wollstoff haften.

Die Retrojacke 119B aus dem selben Heft möchte ich aus einem schwarzen Plüschstoff nähen, den ich vor Jahren auf einem Handmade-Markt in Bochum an einem Alfatexstand gefunden habe. Ursprünglich sollte er eine Neuauflage eines kindlichen Lieblingspullovers werden….. für die Jacke ist er ideal. Weil ich mich manchmal mit den übervollen Schnittmusterdrucken im Heft schwer tue, habe ich den Schnitt gekauft und bereits zusammengeklebt. Fürs Ausdrucken benutze ich gerne buntes Papier, das immer mal wieder beim Discounter zu bekommen ist. Die unterschiedlichen Farben helfen mir, die Schnittmuster leichter zu unterscheiden.

Den Schnitt für das Retromodell 122 habe ich kopiert, kann mich aber noch nicht zwischen drei Stoffen entscheiden:

dunkelblauer Wollcrepe von sew-la-di-da-vintage in Lyme Regis, dunkelblauer Satinstretch aus Baumwolle vermutlich von stoffe.de oder weißer Satinstretch aus Baumwolle von irgendwo, damit wäre es schon eher ein Kleid für den Frühling.

Die Liste ist lang, und ich hoffe, heute zumindest den Rock fertigzustellen und das Flanellk

leid zur Anprobe vorzubereiten.

…..und dann habe ich am Black Friday meinen Traumschnitt bei Decades of Style gekauft,

#5007 1950s Object d'Art Dress

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Der zweite Frühlingsrock

Der zweite Rock des Frühjahrs ist aus einem weißen Waffelpique´aus reiner Baumwolle, den ich vermutlich bei der http://wollweberei-nietzel.de/ gekauft habe. Er lag schon einige Zeit im Schrank und sollte eigentlich ein Kleid mit kurzen Ärmeln werden, das ich im Anfängerheft von Burda gesehen hatte. Der Schnitt ist selbstgemacht, allerdings inspiriert von einer kürzeren Variante aus einem Burdaheft.

Durch den breiten Saum hat der Rock schönen Stand

Durch den breiten Saum hat der Rock schönen Stand

Im Wesentlichen handelt es sich um vier Rechtecke, zwei ergeben mit nach innen gelegten Falten anstelle der Abnäher den eigentlichen Rock, die anderen werden zu einem langen Schlauch gelegt. Kreisförmig zusammengenäht und an das Rockteil genäht ergeben sie den breiten Rocksaum.
Das Futter ist einfach nach dem Rock zugeschnitten und verstürzt. Es handelt sich um einen besonders schweren Futterstoff, der auch für Brautkleider genutzt wird und besonders schön fällt.

Die Farbauswahl für diesen Futterstoff ist leider beschränkt, der Unterschied zum Oberstoff aber nicht zu groß

Die Farbauswahl für diesen Futterstoff ist leider beschränkt, der Unterschied zum Oberstoff aber nicht zu groß

Auch dieser Rock hat keinen Bund, der dicke Stoff hält die Form gut, der Reißverschluß ist unsichtbar eingenäht, die Kanten mit engem, 5mm breiten Zickzackstich versäubert. Die Overlock wurde wegen des losen Gewebes für den Oberstoff nicht benutzt.

Innen sieht es so aus, der Stoff franst sehr stark

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                                                      Der erste Rock in diesem Jahr

 

Strukturstoff vom Oberpollinger in leuchtendem Gelb

Strukturstoff vom Oberpollinger in leuchtendem Gelb

Diesen für mich eher ungewohnt farbigen Stoff habe ich vor gut einem Jahr in München gekauft. Ludwig Beck am Rathauseck mit einem eigenen, sehr gut sortierten Handarbeitsgeschäft dabei und die Stoffabteilung im Oberpollinger sind jedes Mal einen Besuch wert, auch wenn es dort ein bißchen teurer ist. Manchmal ist es einfach nur schön, über den reinen Kaschmir zu streicheln und darauf zu hoffen, irgendwann einmal so gut nähen zu können, daß ein Mantel daraus möglich wäre. Der gelbe Stoff kostete, glaube ich, ca. 30€ pro Meter, ich habe 75 cm gekauft. Den passenden Futterstoff und den nahtfeinen Reißverschluß gab es aus der Nähkiste in Bottrop, gerade die Reißverschlüsse, aber auch andere Kurzwaren sind dort sehr günstig.

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Die Rockschlaufen sind aus dem Futterstoff genäht

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Der kleine Schlitz gibt etwas Bewegungsfreiheit, kleine Schritte sind möglich

 

Der Schnitt ist mit der Hilfe meiner Nählehrerin erstellt, sie hat Taillen- und Hüftweite vermessen, ebenso den Abstand zwischen Taille und Hüfte, und dann haben wir aus diesen Maßen den Schnitt gezeichnet einschließlich der Abnäher vorne und hinten. Der Rock hat keinen Bund, dazu reichte der Stoff leider nicht, und ist unten leicht eingestellt. Der Schlitz ist 20cm lang und hat einen Untertritt von 5cm. Bei der ersten Anprobe mußte nur in der Taille noch etwas weggenommen werden, insgesamt saß der Rock erstaunlich gut. Wenn ich nach Burdaschnittmustern nähe, habe ich oft das Problem, daß ich – wenn die Hüftweite stimmt – entweder die Abnäher stark vergrößern oder direkt zusätzliche anbringen muss. Das sieht nicht immer schön aus, mit dieser positiven Erfahrung gelingt es mir hoffentlich demnächst besser, direkt beim Zuschnitt zu starke Änderungen zu vermeiden.

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