Tag

Kleid

Genähtes

Schweden – Russland – Bauhaus

Vor einigen Wochen war ich im großen schwedischen Möbelhaus, um nach zusätzlicher Ausstattung fürs Nähzimmer zu suchen. Leider war nicht zu finden, was ich mir vorgestellt hatte, allerdings blieb ich in der Stoffabteilung an einem Ausverkaufsstoff hängen, der auf 2€ per Meter reduziert war und mir sehr „bauhausig“ erschien. Und gleichzeitig fiel mir das passende Schnittmuster dazu ein: AGATA von Vikisews.

 

Ja – falsch gedacht: beim Zuschnitt habe ich die Knopfleiste vergessen! Zwei Möglichkeiten blieben mir, einen Reißverschluß in die vordere Mitte setzen oder ein Vorderteil neu zuschneiden, abhängig davon, was die Stoffreste für den Mustersatz hergeben.

Mit viel Suchen habe ich mit Hilfe meiner Nählehrerin ein neues Vorderteil zugeschnitten, das leider an einer Stelle einen Farbwechsel im Musterverlauf enthält.

Ich möchte noch ein bisschen zum Schnittmuster erzählen: Vikisews ist mir zuerst bei Instagram begegnet. Einige Bloggerinnen haben ihre Modelle oder Grasser patterns genäht. Die Schnitte sind modisch, eher feminin, und kommen mit einer ausführlich bebilderten russischsprachigen Anleitung. Selbst spreche ich kein Russisch, aber der Göttergatte hat es lange unterrichtet und könnte zur Not helfen. Aber keine Angst, das braucht es nicht! AGATA ist zwar das einfachste Schnittmuster, das mir die liebe Moskauer Familie geschenkt hat, aber die Bebilderung der Anleitung ist so präzise, daß Sprachkenntnisse nicht unbedingt erforderlich sind. Versierte Näherinnen nähen dieses Modell ohnehin freihändig zusammen. AGATA kann ebenso mit der Knopfleiste auf dem Rücken getragen werden, für meinen Stoff schien mir das nicht so günstig, möchte es aber im Herbst aus einem weicheren Flanell ausprobieren.

Größentechnisch fällt Vikisews etwas kleiner aus als Burda (meine Einschätzung), Grasser hat ganz andere Größen. Das Schnittmuster enthält einen Zentimeter Nahtzugabe, Passzeichen (weniger als Vogue, aber immerhin) und sogar eine Vorlage für den Gürtel. Die Preise für die Schnittmuster sind sehr günstig, die meisten Modelle sind für Frauen, es gibt aber auch schöne Entwürfe für Kinder, ein Blüschen fürs Enkelkind habe ich schon bestellt.

Zurück zum Kleid: der Farbwechsel im Muster gab mir wirklich zu denken, weil ich nicht weiß, wie ich ihn hätte vermeiden können (mit dem verbleibenden Stoff) , letztlich war die Notlösung, die Knopfleiste auf die „männliche“ Seite zu verlegen:

Mit dem Kleid bin ich soweit zufrieden, optimierbar wäre der Verschluß; um die Knöpfe präziser passend zu beziehen, hätte ich in noch verwendbare Reste schneiden müssen, das war mir zu schade. Den nicht abgebildeten Saum habe ich entsprechend dem Muster farblich abgesteppt.

Was mich wirklich sehr gefreut hat: #sewover50 hat mich um die Erlaubnis zum Repost bei Instagram gebeten und meine Arbeit sehr freundlich kommentiert, die vielen netten Kommentare sind wunderbar.

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Burda-Hack: Kleid 111 aus dem Mai 2017

In diesem Beitrag nenne ich meine Quellen und mache damit unbeauftragte und unbezahlte Werbung!

Kurz vor Weihnachten wurde dieses Kleid fertig:

 

Das Schnittmuster stammt aus der Burda vom Mai 2017, und ich habe mich auf Anhieb verguckt. Seit langem schwebte mir ein Kleid vor, dessen Ober- und Unterteil sich im Stoff deutlich unterschieden, ich glaube, in einer uralten Modezeitschrift hatte ich ein rosa-schwarzes Modell gesehen, das mir unglaublich elegant und romantisch erschien. Davon weicht meine Variante deutlich ab. Eigentlich eher ein businesstaugliches Modell aus einem Stoff ist es zu einem Sonntags- oder „Anlass“-kleid geworden  –  und es lässt sogar die Puppe schlanker aussehen!

Mit der Entscheidung für die beiden verschiedenen Stoffe wurden Änderungen am Schnitt nötig: zuerst habe ich das Schnittmuster wie vorgesehen auf den Stoff übertragen, um dann beim Zusammennähen festzustellen, dass die Rockteile unterschiedlicher Länge waren; auf der Abbildung im Heft fällt dies nicht auf, obwohl etwas Nachdenken vermutlich zu Erkenntnis verholfen hätte. So gab es eine Stufe in der Seitennaht, die zwar sehr schön die Konstruktion offenlegte, aber unruhig und ungenau wirkte. Also wurde aufgetrennt und verschoben.

Davon abgesehen ließ sich das Kleid gut nähen, ein bißchenWeite mußte weggenommen werden, außerdem konnte ich den Oberteilschnitt nur mittels rotem Faden auf den Stoff übertragen, das machte etwas mehr Arbeit als sonst.

Zusätzlich geändert wurde das untenliegende Stoffstück des vorderen Oberteils: um die Stofflagen nicht zu dick werden zu lassen, ist es aus Futterstoff und Oberstoff zusammengesetzt, sichtbar ist nur der Tweed. Das gesamte Kleid ist abgefüttert, um einen schöneren Fall zu erreichen.

Mittlerweile habe ich einen Standardärmel, der an ärmellose Schnitte gesetzt wird. Mit zunehmenden Alter bin ich lieber „angezogener“.

Wie man oben sieht, benutze ich Hantelscheiben als Gewichte und bin sehr zufrieden damit. Vor Jahren gab es die Hanteln mit verschiedenen Scheiben bei Aldi für wenig Geld, und die einzelnen Scheiben eignen sich hervorragend fürs Zuschneiden.

Dieses Modell werde ich wohl noch einmal nähen, wenn mir eine schöne Stoffkombination begegnen sollte.

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In diesem Post nenne ich meine Bezugsquellen und mache damit unbeauftragte und unbezahlte Werbung. Sowohl Schnittmuster wie Materialien wurden von mir gekauft.

Übermütig hatte ich zeitgleich mit dem weißen Kostüm die gleiche Jacke aus einem schwarzweißen Baumwollboucle´von Alfatex zugeschnitten, das schien mir zu Übungszwecken ganz vernünftig, zu schnell vergisst man kleine Änderungen oder Tricks, wenn die Zeit vergeht. Und obwohl ich möglichst viel auf den Schnitten notiere, geht das ein oder andere verloren.

Baumwollstoff von Alfatex, rechts oder links?

Schon damit tat ich mich schwer, schließlich habe ich mich für die vermeintlich kontrastreichere Seite entschieden. Auch dieser Stoff wurde flächig mit schwarzer Vlieseline H 785 bebügelt, was ihn leicht stabilisiert, den Fall aber kaum verändert.

Im Frühjahr hatte ich aus weißem Walkstoff einen Pulli nach dem Burdaschnitt genäht, der prinzipiell gut saß, gerade die Abnäher kamen gut hin, und so nähte ich ein Probekleid nach dem Schnittmuster 114 aus dem Novemberheft 2015. (Dieser Pulli dient mittlerweile als Schnittvorlage für Folgemodelle, da die Wolle zu sehr kratzte; ein Modell aus Baumwollfleece von Ticino-Stoffe muss nur noch gesäumt werden und wird hoffentlich zügig „verbloggt“)

Der Boucle´ ist nicht elastisch, aber das stellt kein Problem dar. Wir haben das Modell sogar noch etwas enger gemacht, und trotzdem kann ich mich uneingeschränkt bewegen.

 

 

Nach den ersten Anproben schien die Jacke noch ein bißchen mehr Dekor zu brauchen, und ich habe eine schwarze Borte aus dem Bestand von Hand aufgenäht. Einige Probeknopflöcher später entschied ich mich dann für einfache schwarze Druckknöpfe, die auf der Borte optisch untergehen.

Richtige Knöpfe und Knopflöcher wären zweifellos „chaneliger“ gewesen, aber mir war die reduziertere Variante in diesem Fall lieber. Sowohl Kleid wie Jacke sind vollständig schwarz gefüttert, was die Form zusätzlich stabilisiert und den Tragekomfort erhöht.

Mittlerweile habe ich das Ensemble zu ganz verschiedenen Gelegenheiten getragen, und mich immer „gut angezogen“ gefühlt.

Da ich von beiden Teilen Probestücke genäht hatte, waren die erforderlichen Anpassungen leichter auszuführen. Es gibt inzwischen auch eine rote Version aus wunderbarem Linton-Boucle´und ein drittes Kleid mit kurzen Ärmeln aus dem Boucle´, den ich im Sommer bei Komolka in Wien gefunden habe.

Hier wurde mit einem Beleg gearbeitet.


Die Sicherungsnaht ist zu erkennen. Ich werde nachträglich einen Beleg zuschneiden und einsetzen.

 

Die beiden Kleider unterscheiden sich nur am Halsausschnitt: das bunte hat einen Beleg, das rote ist direkt mit dem Futter verstürzt. Allerdings zieht der schwere Oberstoff trotz Stütznaht unschön nach vorne, und daher werde ich nachträglich auch hier einen Beleg einsetzen.

Auf der neuen Puppe wirkt die Jacke etwas zu eng.

Zusammen mit der Jacke ein schönes Ensemble für besondere Gelegenheiten.

Bei Komolka hatte ich nicht ganz so viel Stoff gekauft, ca. 2,70m, und daher blieb nur ein Rest von 80cm . Daraus möchte ich gerne einen Rock nach Claire Shaeffer nähen, mit Organza als Zwischenlage und verquiltet mit dem seidenen Futter.

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PILVI von Named Clothing

Dieser Beitrag enthält Werbung, weil ich Bezugsquellen nenne.

Mittlerweile ist es fast zwei Jahre her, daß ich auf der Seite von Kleidermanie dieses interessante Kleid entdeckte, PILVI vom finnischen Label “Named Clothing“. Das Mantelkleid gefiel mir richtig gut, und die Website des Labels hielt noch andere interessante Schnittmuster bereit, unter anderem den Rock „PULMU“. Und wie das so ist: wenn man schon Porto für die ausgedruckte Version bezahlen muss, dann bestellt man doch direkt mehr, “damit es sich auch lohnt“. Und im ständig wachsenden Stoffvorrat existiert noch ein schöner grauer Wollstoff, der vor Jahren für einen anderen Rock gekauft wurde.

Hier ist meine Version von PILVI:

PILVI in leuchtendem Gelb

 

Die Taschen und der Saum sind mit einem Zierstich abgesteppt.

 

Der Stretchanteil des Stoffes erschwerte das gleichmäßige Besticken des Saumes.

Vor einigen Jahren habe ich bei einem Vintage Fair in Bridport in Südengland verschiedene Knöpfe gekauft, darunter diese gelben Glasknöpfe, die schon wegen ihres Gewichtes einen „soliden“ Trägerstoff brauchten:

Acht schwere Knöpfe aus gelbem Glas,

da ich noch andere Schätze fand, kam mir die Verkäuferin unverhofft mit dem Preis entgegen. Ich hoffe, daß auch die anderen Knöpfe in nicht zu ferner Zukunft ihren Platz finden, zumindest für ein weiteres Kleid liegt schon der Stoff im Schrank.

Die gläsernen Knöpfe stammen von einem Vintage Fair in Bridport in Südengland.

 

Wegen des Gewichtes der Knöpfe haben ich den Besatz mit H450 verstärkt. Obwohl es hier anders aussieht, sind alle Knöpfe parallel aufgenäht. Zusätzlich gibt es einen innenliegenden „Gegenknopf“, der das Kleid geschlossen hält.

Weil das Schnittmuster elastischen Stoff vorsieht – und mich ständig die Sorge umtreibt, zu knapp zuzuschneiden – habe ich die enthaltene Nahtzugabe von einem auf zwei Zentimeter verbreitert, um dann anschließend alles und mehr wieder wegzunehmen.

Lernfortschritt: wenn man die Seitenteile verbreitert, sollten auch die mitzufassenden Taschen entsprechend geändert werden!

Die Ärmelaufschläge sind nicht im Schnittmuster enthalten, sondern selbst konstruiert. Das war eine Anregung meiner Nählehrerin, um dem Kleid einen zusätzlichen Pfiff zu geben, es etwas aufzuwerten. Tatsächlich fühle ich mich damit „angezogener“.

Die Ärmelaufschläge sind eine eigene Addition; damit wirkt das Kleid „offizieller“.

Mein Stoff, eine leicht quer-elastische Baumwolle aus dem Sale eines großen Kaufhauses, brauchte ein die Form stabilisierendes Futter. Das hat sich gerade während der heißen Sommertage in Wien bewährt, denn das Kleid – obwohl wärmer als nötig- klebte nicht unangenehm auf der Haut.

Das Futter stabilisiert das Kleid und erhöht den Tragekomfort.

Insgesamt bin ich mit dem Schnittmuster sehr zufrieden: es waren kaum Anpassungen erforderlich, es sieht so aus, wie ich es mir erhofft hatte und die Anleitung war gut verständlich. Dieses Modell werde ich sicherlich noch einmal nähen.

 

 

 

 

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Burda 116B aus dem Septemberheft 2017

Ein warmes Kleid aus Wollflannell im Fischgrätmuster

Wie schon im vorhergehenden Beitrag geschrieben, hat mich das Septemberheft 2017 von Burda zu vielen Projekten angeregt.

Dieses Kleid habe ich im Dezember genäht und bereits mehrmals getragen. Die Wolle wärmt angenehm, und mit dem kleinen Schlitz im rückwärtigen Rockteil eignet es sich auch zum Tanzen.

Meine bevorzugte Kleiderlänge benötigt einen Schlitz für die „Bequemlichkeit“.

 

Den Stoff habe ich vor längerer Zeit bei Stoffe.de gekauft, die beiden Bänder vorne habe ich allerdings nicht wie vorgesehen komplett aus dem Oberstoff genäht, sondern die Rückseite mit Seidenresten des Kummerbundes abgefüttert. Zum Einen wollte ich vermeiden, daß die Bänder zu voluminös werden, zum Anderen gibt das glänzende Blau, von dem nur ein „glimpse“ wahrzunehmen ist, eine deutlichere Betonung der Details. Außerdem  gleiten die Bänder leichter übereinander hinweg, wenn ich mich bewege, Wolle auf Wolle hemmt eher.

 

Die Bänder sind mit Seide unterfüttert.

Das Kleid ist komplett – einschließlich der Ärmel – abgefüttert. Die Ärmellänge begnügt sich mit etwas mehr als einer 3/4 Länge, an einem kalten Abend habe ich blaue Fellmanschetten dazu getragen, die für den Galaball angefertigt wurden.

Der Stoffverbrauch für dieses Modell lag bei ca. 1,70m. Der Schnitt war leicht und ohne große Anpassungen umzusetzen, lediglich an den Seiten wurde etwas weggenommen, die Schultern sind um ca. 1cm angehoben.

Eventuell werde ich dieses Schnittmuster noch einmal aus einem etwas glamouröseren Stoff nähen, ein „schnelles“ Kleid fürs Theater oder andere Anlässe.

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Gefunden, Genähtes

So viele Ideen, oder: das wunderbare Septemberheft 2017 von Burda

Im Moment habe ich viel mehr Ideen, als ich realistisch nähen kann. Halbfertig sind ein gelber Wollrock aus der besten Burda seit langer Zeit, dem Septemberheft 2017.

Burda 9-2017, Modell 114

Den wunderbar weichen Wollstoff habe ich im Frühjahr bei Arts in Fabrics in München gekauft, und nach dem Zuschnitt ergibt sich tatsächlich noch genug Stoff für eine passende Weste; zufälligerweise passt er genau zu einem alten Harris Tweed Blazer, den ich sicher schon zehn Jahre im Schrank habe.

Die große Falte im Vorderteil habe ich sorgfältig zugeheftet und nachdrücklichst gebügelt, hoffentlich behält sie die Form.

Türkise Heftfäden halten die Falte zusammen.

Dann hängt das rote Kleid nach dem Makerist-Kurs von Inge Szoltysik-Sparrer auf dem Bügel und wartet aufs Abstecken:

Etui-Kleid von Inge Szoltysik-Sparrer,

Der Viskose-Crepe von Ticino ist recht empfindlich,

 

die gängigen Stecknadeln sind zu grob, so daß ich auf ganz feine zurückgreifen musste, auch ein Mitbringsel aus München, diesmal aus dem Nähladen von Ludwig Beck.

Ebenfalls aus der September-Burda Kleid 116B, das auch als Einzelschnitt den Ausgaben im Handel beigelegt war. Auf telefonische Anfrage habe ich als Abonnentin den Schnitt zugeschickt bekommen.

Es wäre wirklich schön, wenn Burda wie so viele englische Nähmagazine regelmäßig Einzelschnitte dabei hätte, vielleicht auch in Kooperation mit Simplicity oder anderen Labels; man könnte ohne großen Aufwand etwas anderes kennenlernen und ausprobieren. Mir ist schon klar, daß man sich nicht unbedingt Konkurrenz ins Haus holen möchte, trotzdem könnte manche Zusammenarbeit für beide Seiten fruchtbar sein – und da Burda international vertreten ist, könnte auch die deutsche Ausgabe von grenzüberschreitender Zusammenarbeit profitieren.

116 B nähe ich aus einem blau-schwarzen Fischgrätflanell, 65% Wolle, 35% Polyester. Mittlerweile ist es zugeschnitten; anstatt die Bänder beidseitig aus dem Flanell zu nähen, habe ich mich für die Rückseite aus Seidenresten vom Ballrock entschieden. Damit werden sie nicht so dick und bleiben bei Bewegung nicht auf dem Wollstoff haften.

Die Retrojacke 119B aus dem selben Heft möchte ich aus einem schwarzen Plüschstoff nähen, den ich vor Jahren auf einem Handmade-Markt in Bochum an einem Alfatexstand gefunden habe. Ursprünglich sollte er eine Neuauflage eines kindlichen Lieblingspullovers werden….. für die Jacke ist er ideal. Weil ich mich manchmal mit den übervollen Schnittmusterdrucken im Heft schwer tue, habe ich den Schnitt gekauft und bereits zusammengeklebt. Fürs Ausdrucken benutze ich gerne buntes Papier, das immer mal wieder beim Discounter zu bekommen ist. Die unterschiedlichen Farben helfen mir, die Schnittmuster leichter zu unterscheiden.

Den Schnitt für das Retromodell 122 habe ich kopiert, kann mich aber noch nicht zwischen drei Stoffen entscheiden:

dunkelblauer Wollcrepe von sew-la-di-da-vintage in Lyme Regis, dunkelblauer Satinstretch aus Baumwolle vermutlich von stoffe.de oder weißer Satinstretch aus Baumwolle von irgendwo, damit wäre es schon eher ein Kleid für den Frühling.

Die Liste ist lang, und ich hoffe, heute zumindest den Rock fertigzustellen und das Flanellk

leid zur Anprobe vorzubereiten.

…..und dann habe ich am Black Friday meinen Traumschnitt bei Decades of Style gekauft,

#5007 1950s Object d'Art Dress

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Hochzeit feiern

 

 

Dieses Jahr bot einige Überraschungen für unsere Familie, als wichtiges Ereignis stand im Wesentlichen die Master-Feier/das Commencement in New Haven auf dem Plan. Das Kostüm dafür habe ich bereits beschrieben, hier ist es endlich vollständig zu sehen:

Mein erstes Kostüm nach Vogue 7975

Mit den Häkchen gefiel mir die Jacke besser als mit Knöpfen.

Und dann heiratete der Sohn, und wir bekamen eine ganz wunderbare Schwiegertochter. Die Hochzeit fand in Moskau statt und war das allerschönste Fest. Die Familie der Braut nahm uns überaus herzlich auf, wir lernten so viele freundliche Menschen kennen und  unsere Familie vergrößerte sich. Der Gatte spricht russisch, das erleichterte alles, Englisch konnte nur begrenzt helfen.

Und natürlich musste das Outfit stimmen. Lange war die Kleiderlänge ungeklärt, bei Breuninger in Düsseldorf gab es ein sehr schönes langes Kleid, leider ärmellos, die angebotenen Farben und Modelle in den anderen Geschäften gefielen nicht, schließlich sollte es selbst genäht werden. Vogue 2903 ist eigentlich gar nicht so schwierig, wenn man einmal verstanden hat, wie die Anleitung gemeint ist; ein amerikanisches Tutorial löste die Probleme.

Vogue 2903 aus Seidenjaquard von Valentino

Der Rock schwingt schön weit beim Tanzen.

Bevor der Seidenstoff angeschnitten wurde, haben wir ein Probemodell aus alten Laken gemacht, etwas mehr Arbeit, aber lohnenswert, denn jetzt habe ich für ein weiteres Modell nach diesem Schnitt ein passgenaues Muster, das vor dem Zuschneiden nochmal anprobiert werden kann. Die Seide von  Haute Couture Stoffe Möller in Düsseldorf ließ sich gut verarbeiten; tatsächlich kam es während der Feier noch zu einem Rotweinunfall, der aber keine dauerhaften Spuren hinterließ.

Fliege und Kummerbund aus blauer Seide für den Gatten, Schuhschleifen für die jüngste Tochter

Fliege und Kummerbund für den Gatten

 

Auch ohne Sakko kann sich der Kummerbund sehen lassen.

 

 

Die Fliege nach dem Grundschnitt von Sammelsurium

Neue Schleifen aus breitem Satinband

 

Das Kleid war mit Abstand die aufwendigste Näharbeit für die Hochzeit, trotzdem hat die Suche nach der idealen Festtagskleidung für den Gatten fast mehr Zeit gebraucht. Welchen Schnitt und welche Dicke die ideale Fliege haben könnte, wie der Kummerbund am Besten geschlossen wird…..vor den Schaufenstern englischer Herrenausstatter kann man lange staunen. Die Fliege bindet der Herr selbst, und dank der oben verlinkten Anleitung von Sammelsurium kann sie maßgenau angefertigt werden. Zwei Probestücke gingen der Seidenfliege voraus bis die ideale Länge und Breite klar waren, eins der Probestücke aus einem rosa Plastiksatin wird sogar hin und wieder getragen. Mir hätte ein Modell aus der gelben Seide zu dieser Gelegenheit gefallen, aber ein gelber Kummerbund wäre des Guten zuviel gewesen.

Mit dem Kummerbund bin ich wirklich sehr zufrieden, denn er kann sich auch ohne Jackett sehen lassen. Dazu habe ich den Burdaschnitt 3403 abgewandelt: das Vorderteil mit den Falten stammt aus dem Schnittmuster, dann habe ich aus der Seide einen Tunnel genäht und über ein sechs cm breites schwarzes Gummiband gezogen, das bereits an einer Seite des Vorderteils mitgefasst war. Der Gesamtumfang entspricht der Taillenweite, da der Tunnel aber nur über das Gummiband gezogen, nicht jedoch vernäht wird, ist die Beweglichkeit gesichert und es wird auch an einem sehr langen Abend mit Tanz nicht unbequem.

Die Satinschleifen für die Tochter waren ein Notbehelf, das Kind lebt zur Zeit auf Haiti, und ihre Lackschuhe waren nicht klimakompatibel, eine Schleife ging verloren. Von England aus bestellte ich dickes, breites Satinband, das mich dann zuhause erwartete und entsprechend der verbliebenen Schleife verarbeitet wurde. Den Lieferanten muss ich noch einmal heraussuchen, das Band war von hervorragender Qualität und gar nicht teuer. In Moskau wurden die neuen Schleifen dann mittels Sekundenkleber appliziert.

Stoffverbrauch für das Kleid: 4m Seidenjaquard, 2,5m Futterstoff

Stoffverbrauch für Fliege und Kummerbund: 0,6m Seide, mittlerweile habe ich aus den Resten noch eine weitere Fliege mit anderen Enden genäht

 

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Das erste „Jägerkleid“

Mein Jeanskleid, das ich bereits vorgestellt habe, war schon die zweite Variante eines Kleides, das ich nach einem bei Jaeger in England gekauften Modell genäht habe. Dieses hier ist mein erster Versuch:

 

Ganz schlicht, ohne Taschen

Den Schnitt hat meine Nählehrerin abgenommen und direkt die Passform optimiert; das Original wartet immer noch auf kleine Änderungen sowohl der Schulter- wie der Taillenweite. Eins der Projekte auf der wachsenden To-Do-Liste.

Im wesentlichen handelt es sich um ein einfaches Schnittmuster mit senkrecht wie waagerecht geteilten Vorder- und Rückenteilen, wobei Brustabnäher und zwei kleine Rückenabnäher rechts und links des nahtfeinen Reißverschlusses dazukommen.

Die Abnäher wirken wegen des Lichtes wulstiger als sie tatsächlich sind.

Meine Puppe, eine Lady Valet, hat leider einen recht massiven Torso, der die Oberteile unnötig spannt, obwohl sie auf meine Maße eingestellt und mit Füllwatte optimiert wurde. Daher wird oft zuviel Zug auf den Reißverschluss ausgeübt und das Ankleiden ist bei körpernaher Kleidung schwierig.

Verfeinert wurde das Kleid mit kleinen Schlitzen an den Ärmeln und im Rockteil:

Ärmelschlitze im Boucle´
neigen zum Ausfransen.

    Der kleine unterlegte Gehschlitz erlaubt zumindest engagierten Cha-Cha-Cha.

     

    Das Oberteil wurde mit Vlieseline dünn beklebt und der  Korpus ist abgefüttert mit Stoff aus dem Bestand.

    Den Stoff, einen Baumwollboucle´in Cremeweiß, habe ich bei Alfatex in Bochum gekauft, geplant war ein Chaneljäckchen nach Claire Shaeffer, das mich vermutlich überfordert hätte. Mittlerweile hat das Christkind drei Meter wunderbaren weißen Linton-Tweed gebracht, die bis Ende Mai zu einem Kostüm verarbeitet werden sollen, und ich bin mit meinem Kleid wirklich glücklich.

     

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    Joan-Dress inspiriert von HandmadebyHeather

    Mittlerweile haben sich so viele fertige Kleidungsstücke angesammelt, daß es Zeit wird, sie nacheinander vorzustellen. Beginnen möchte ich mit dem JOAN Dress von Sew over it. Ein absolutes Lieblingskleid, gefunden bei Handmade by Heather. Den Schnitt habe ich als PDF bestellt, und die Veränderungen, die Heather für notwendig hielt, beim Zuschneiden berücksichtigt. Der Stoff stammt von Stoffe.de, das Futter aus dem Karstadtausverkauf, der Reißverschluß aus Annettes Nähkiste.

    IMG_0876 IMG_0878 IMG_0877

    Joan Dress in grauem Fischgrät

    Joan Dress in grauem Fischgrät, mit violettem Futter

     

    Ursprünglich hatte ich drei Meter Wollstoff zur Verfügung, aber dann wurde es doch noch knapp: nach dem Zuschnitt zeigte sich, daß der Stoff auch etwas weiter von der Webkante dunkler war als im Gesamtbild, also wurde der Reißverschluß wieder herausgetrennt und ein neuer Rücken zugeschnitten. Und beim vorderen Oberteil war die Passform einfach nicht für mich gemacht, meine Nählehrerin schnitt ein neues Teil zu. Aus den Resten möchte ich gerne noch eine passende Tasche zum Kleid machen, fast alle Zutaten sind schon hier.

    Die Schluppe gibt dem Ganzen den Pfiff, sie besteht aus zwei schräg zum Fadenlauf zugeschnittenen Rechtecken und wird beim Verstürzen mit dem Futterkleid einfach miteingefasst.

    Ich habe das Kleid zur Graduation der kleinen Tochter in der Schweiz getragen, als noch Schnee lag, für winterliche Temperaturen ist es wunderbar, leicht, nicht zu dick, nicht zu eng und man ist sofort „angezogen“. Trotz Schlitz ist es fürs Tanzen nur bedingt geeignet, aber eine Rumba geht immer.

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    Kleider fürs Kind

    Die rote Variante aus schwerem Jersey

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    Das Kind ist schon Anfang Zwanzig und hatte sich ein schwarzes Etuikleid mit dramatischem Kragen gewünscht. Davon gibt es leider ( noch) keine Bilder, die rote Variante war allerdings auch deutlich besser zu fotografieren. Der Schnitt ist konstruiert nach einem anderen Lieblingskleid, einfach schmal geschnitten, ärmellos, aber mit einem monumentalen Kragen, der in diesem Fall direkt mitangeschnitten wurde. Insgesamt besteht das Kleid aus drei Schnittteilen, einmal das im Stoffbruch zugeschnittene Vorderteil und dann die beiden Rückenteile, die ich ca. 6cm vor die Webkante gelegt habe, um das Versäubern zu sparen und für eventuelle Änderungen ausreichend Spiel zu haben.

    Der elastische Jersey machte den Reißverschluss überflüssig.

    Bisher hatte ich noch keinen Jersey vernäht, ich habe einen Zickzackstich mit ca einem Millimeter Stichbreite eingestellt und während des Nähens den Stoff mit der Hand gespannt. Meine Nählehrerin überprüfte die Nähte mit rigorosem Reißen, alle Nähte, die das nicht überstanden , mussten nachgearbeitet werden. Die Overlock kam nur zum Versäubern zum Einsatz, die Nadel in der Nähmaschine war eine herkömmliche, keine Jerseynadel.

    Versäuberte Kanten und der von Hand angenähte Saum

    Versäuberte Kanten und der von Hand angenähte Saum

    Für die Armlöcher habe ich Belege zugeschnitten und einfach verstürzt, sowohl an der Schulter- wie der Seitennaht sind sie mit wenigen Stichen angeheftet. Es wird sich herausstellen, ob sich das beim Tragen bewährt; vorläufig ist mir diese Variante lieber, weil eleganter.

    Das schwarze Kleid aus gewebtem Wollstoff benötigte natürlich einen nahtfeinen Reißverschluss in der rückwärtigen Mitte. Die Kragenteile darüber sind einfach rechts auf rechts zusammengesteppt, und dann,  weil ich zu wenig Stoff hatte, um den großen Kragen mit anzuschneiden, komplett verstürzt. Das Stoffvolumen braucht er auch für einen schönen Fall.

    Mittlerweile habe ich beschlossen, dieses Kleid auch für mich noch einmal zu nähen, wahrscheinlich aus einem dunkelblauen Wollgemisch, das man auch im Sommer tragen kann. Es ist wirklich schnell genäht, und der Kragen schmeichelt ungemein.

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