Gelesen

A notable woman

Dieses Buch habe ich nur durch Zufall gefunden, als ich während der Anschläge in Paris auf englischen Websites nach genaueren Informationen über die Geschehnisse suchte.

Im Telegraph waren Auszüge und Bilder veröffentlicht, die mich neugierig machten, und ich habe mir das Buch bestellt.

700 Seiten aus dem Leben von Jean Lucy Pratt

700 Seiten aus dem Leben von Jean Lucey Pratt

Jean Lucey Pratt führte ihr Tagebuch von 1925, als sie es mit 16 Jahren kurz vor dem Tod ihrer Mutter begann, und schrieb daran, in den letzten Lebensjahren nur noch sporadisch, bis zu ihrem Tod 1986. Der Herausgeber, Simon Garfield, wurde durch die Untersuchung englischer Tagebücher auf sie aufmerksam, denn Jean hatte, wie viele andere Engländer, während des zweiten Weltkrieges für die Institution der Mass Observation zusätzlich zu ihren privaten, intimeren Aufzeichnungen ein Kriegstagebuch geführt.

Als ich in den letzten beiden Jahren in England war, waren 2014 die Erinnerungen an den Beginn des ersten Weltkrieges ganz präsent, und in einigen Dörfern haben wir an den Feierlichkeiten dazu teilgenommen. 2015 fand in Bridport eine Modenschau zum Thema „Fashion on Ration“ statt, die so informativ und bewegend war, von der Kinderkleidung aus alten Männerhosen bis zur Tasche für die Gasmasken, dass ich mir mehr zum Alltag in Kriegszeiten von der Lektüre versprach. Aber im Wesentlichen geht es um anderes, um das Seelenleben, ihre Freundschaften, das Studium der Architektur und ihre Arbeit, die ihr nicht gefällt, um ihre so geliebten Katzen und das Cottage, das sie pachtet. Und immer wieder um ihre schwierigen Beziehungen zu (den falschen) Männern und den sehnsüchtigen Wunsch nach der Ehe.

Ich habe fast drei Wochen an diesem Buch gelesen, weil das Format fürs Bett nicht geeignet ist, so groß und schwer ist es, und weil das Englische von mir mehr Aufmerksamkeit braucht als deutsche Literatur. In dieser Zeit ist Jean mir ans Herz gewachsen, wenn sie sich sorgt, hoffnungsvoll vom Wahrsager zurückkehrt, ihr Buch über Peg Woffington schreibt, ihre kleinen Kämpfe mit der Freundin ausficht, und immer wieder aufs falsche Pferd (d.h. den Mann) setzt. Wenn man ein Tagebuch mit vielen großen Namen oder dramatischen Großereignissen erwartet, findet man das hier nicht. Aber die Dramen in Jeans Leben sind bedeutend und spannend genug. Das bestätigt auch Hilary Mantel :

„Who would have imagined that the life of a Buckinghamshire bookseller would make you want to turn the pages so fast? I wanted to know how she got through the war, but was even more interested in when she would lose her virginity“

 

A notable woman – The romantic journals of Jean Lucey Pratt, edited by Simon Garfield, Canongate, zur Zeit ca 19.95 € ( je nach Anbieter)

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Das Kettenhemd

 

Pullover aus dem Oktoberheft von Burda

Pullover aus dem Oktoberheft von Burda

Der Pullover fiel mir auf, weil seit vielen Jahren ein heißgeliebter Pulli aus richtigem, federleichten Wollvlies in meinem Schrank ist, den ich schon lange nachnähen möchte. Aus dunkellila Loden habe ich das versucht, aber – obwohl die Farbe wunderbar und der Pulli schön warm ist – der Stoff ist nicht richtig gemütlich. Für Informationen, wo richtiges Wollvlies zu bekommen ist, wäre ich sooooo dankbar!

Dieser graue Stoff stammt von Stoffe.de, ein Schnäppchen aus reiner Wolle und nachgiebig gewebt. Beim Me-made-Mittwoch waren bereits Modelle zu sehen.Das Schnittmuster besteht nur aus sechs recht großen Teilen. Verändert habe ich die untere Länge und die Seitennähte. Den Reißverschluss am Kragen habe ich nicht übernommen, weil mich das Metall gestört hätte und die Variabilität des Kragens mir unnötig schien.Der Pulli ist jetzt unten auf einer Länge, die Seiten sind tailliert(er).

 

Kein Reißverschluss

Kein Reißverschluss

 

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Der Pulli war schnell genäht, er ist leicht und warm, unter Mänteln bedarf der Kragen besonderer Zuwendung, damit es nicht zu „bulky“ wird. Durch den grauen Stoff erinnert er mich sehr an die Schergen des Sheriffs von Nottingham.

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Sweetheart-Pattern in schwarz

IMG_0822Schon nach dem Probekleid war ich mir sicher, mit diesem Schnitt ein wärmeres Tanzkleid zu nähen, weil der weite Rock besonders gut geeignet ist, er schwingt so schön. Der Stoff ist ein im Sale bei stoffe.de erstandenes Baumwollgemisch mit einer leichten Rautenstruktur, die kaum zu erkennen ist, aber die Richtung beim Verarbeiten vorgibt. Damit wurde es mit den drei Metern Material, die ich zur Verfügung hatte, schon wieder knapp, und das Kleid kürzer als anfangs geplant. Bis auf die Ärmel lief das Nähen wie beim Sommerkleid, auch hier mußte in den Seiten deutlich verschmälert werden.

Die Ärmel hatte ich verbreitert, d.h. den einteiligen Ärmelschnitt senkrecht in der Mitte von der Unterkante bis kurz vor die Armkugel aufgeschnitten und so auseinandergedreht, daß an der Unterkante ca. drei Zentimeter zusätzlicher Weite erreicht wurden. Schöne Idee! Zusammengenäht waren die Ärmel dann deutlich zu weit, soviel Spielraum braucht das Tanzen nicht. Also aufgetrennt und enger genäht.

Die Rockweite ist zum Tanzen ideal

Die Rockweite ist zum Tanzen ideal

 

Weil die Länge nicht so üppig ausfiel, wurde der Saum mit der Overlock versäubert und nur schmalkantig umgesteppt. Am Ausschnitt sind die breiten Belege mit Vlieseline beklebt, ein Futter gibt es nicht.

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Die Jacke Chloe von La Maison Victor

IMG_0690Als ich den Schnitt für diese Jacke in der La Maison Victor entdeckt hatte, sah ich die Möglichkeit, erstmals etwas anderes als ein Kleid zu nähen. Mit Kleidern fühle ich mich auf sicherem Terrain, eine solche Jacke besitze ich nicht und würde sie wohl auch nicht kaufen, selbst wenn diese Form derzeit ganz aktuell ist.

Bei stoffe.de gab es im Sale diesen Woll-Strickstoff mit „chaneliger Anmutung“, der mir geeignet erschien, der Preis war auf 15€/m reduziert, und die Qualität ist gut.

Als der Stoff eintraf, konnte ich wegen diverser Umräumaktionen die Zeitschrift nicht mehr finden und bestellte mir in der Not den Einzelschnitt für 9.90€. Mit dem Schnitt, der leider nicht wie bei Burda oder anderen Anbietern einfach auszuschneiden ist, weil das Blatt beidseitig bedruckt ist, kauft man auch eine Online-Videoanleitung, die ich allerdings nicht genutzt habe. Ich habe ja meine Nählehrerin!

Von vornherein geplant war, die Raglanärmel abzuändern, weil sie für mich ungünstig sind. Also wurden die Ärmelschnittteile an die Mantelteile geklebt und die Ansatznaht einfach verlegt, in diesem Fall die Raglannaht gewissermaßen senkrecht aufgerichtet. Dabei bleibt die Schulternaht, die über den Ärmel weiterläuft, erhalten und der Schwierigkeitsgrad des Modells ändert sich nicht.

Die verschobene Ärmelnaht, leider schwer zu erkennen

Die verschobene Ärmelnaht, leider schwer zu erkennen

Inzwischen hatte ich auf dem holländischen Stoffmarkt in Oberhausen schwarzen Futterstoff gekauft, weil der schwere Oberstoff einfach nicht rutschte, und ich außerdem die Jacke mit einem kompletten Futter stabilisieren wollte.

Daher wurden auch alle Nähte breit mit schwarzer Vlieseline beklebt. Im Nachhinein glaube ich, dass ich am Besten die Jacke ganzflächig hätte verstärken sollen, um Verziehen zu vermeiden.

gefüttertes Rückenteil mit Bewegungsfalte

gefüttertes Rückenteil mit Bewegungsfalte

Die Taschen in der Seitennaht haben nur einen schmalen Spiegel aus dem dicken Wollstoff, die Taschenbeutel sind aus dem Futterstoff gemacht.

extragroße Kunststoffdruckknöpfe

extragroße Kunststoffdruckknöpfe, gefunden in der Nähkiste in Bottrop

Insgesamt gefällt mir Chloe recht gut, mit einem schwarzen Rollkragenpulli wirkt sie wegen der 3/4-Ärmel ganz chic.

Beim nächsten Mal würde ich den Schnitt leicht A-förmig ausstellen und eventuell die Ärmel verlängern, denn für kaltes Wetter sind sie nicht gut geeignet  (aber schöner sind sie so).

Genähtes

Burdabluse aus Libertystoff

Im Frühjahr sah ich ein wunderbares, uni lilafarbenes Pradablüschen, das mir unglaublich gut gefiel. Es wurde auf dem Rücken mit einer Knopfleiste geschlossen, und hatte, wenn ich mich richtig erinnere, einen kleinen Kragen. Eine Bluse hatte ich noch nie genäht, also kam nur eine viel simplere Variante in Frage. Nach langem Suchen fand ich diesen Schnitt für eine Bluse von Burda. Obwohl ich eigentlich am liebsten Stoffe ohne Muster oder Motiv verarbeite, habe ich einen Libertystoff mit Schirmchenmotiv verwendet, den ich aus England mitgebracht habe. Gekauft in Bridport in einem Stoffgeschäft mit einer riesigen Auswahl an Dekostoffen, vielen Baumwollstoffen und sehr freundlicher Beratung.

Weil ich bei Burdaschnittmustern oft Probleme habe, die richtige Größe zu finden, habe ich aus einem alten Kopfkissenbezug ein Probeteil angefertigt, das auch prompt verändert werden musste. Im Rücken wurden zwei kleine Abnäher ergänzt, die Seiten wurden verschmälert und die Abnäher im Vorderteil verbreitert.

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Der senkrechte Abnäher ist stark erweitert, im Brustbereich wurden einige cm weggenommen

Rückenteil mit Abnäher

Rückenteil mit kleinem Abnäher

Mein Denkfehler beim Probestück: ich habe die unterschiedliche Elastizität des Materials nicht berücksichtigt. Der Blusenstoff war deutlich anschmiegsamer und legte sich sehr schön an, so dass im Laufe des Nähens noch mehr Überschuss mit den Abnähern weggenommen werden musste. Zum ersten Mal musste ich auf die Ausrichtung des Musters achten, was ich wegen der in alle Richtungen strebenden Schirmchen fast vergessen hätte.

 

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Vorderansicht Burdabluse aus Libertystoff

Von meiner Nählehrerin bekam ich den Hinweis, die Knopflöcher in verschiedenen Farben zu arbeiten, jetzt sind sie je nach Hintergrund lila oder hellbeige. Leider macht meine Nähmaschine mit ihrem Knopflochprogramm  nur sehr unterschiedliche Knopflochränder, am Ende mussten sie ganz konventionell mit einem sehr kleinen Zickzackstich gefertigt werden.

Knopfleiste mit verschiedenfarbigem Garn

Knopfleiste mit verschiedenfarbigem Garn

 

 

 

Die bezogenen Knöpfe nehmen ebenfalls das Muster auf und verschwinden fast aus dem Blick, ein bißchen wie Chamäleons.

Resultat: ich werde das geänderte Probeteil in einer weißen Baumwolle noch einmal nähen, weil mir weiße Blusen gut gefallen, eventuell versuche ich auch eine Variante mit einem kleinen Kragen, das habe ich bisher noch nicht gelernt.

 

 

 

 

 

 

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Draping – The Complete Course

Karolyn Kiisel, „Draping – The complete course“ , Laurence King 2013, ISBN 978-1-78067-286-1,

Buch mit DVD, Angebote im Netz ab 23 englische Pfund

Die DVD enthält sehr hilfreiche Videos

Die DVD enthält sehr hilfreiche Videos

Vor einiger Zeit stellte Fr. Crafteln  http://www.crafteln.de/2015/05/drapieren.html das Buch „Drapieren“ von Theresa Gilewska aus dem Stiebner Verlag vor. Ich schätze ihre Bücher sehr, weil die Anleitungen klar verständlich und gut bebildert sind. Leider ist der Titel auf Deutsch nicht mehr erhältlich, und als ich den Verlag anrief, hieß es,
dass keine neue Auflage geplant sei, schließlich müsse man 2000 Exemplare verkaufen, damit sich das rentiere. Vielleicht wären E-Books eine Möglichkeit, Backlisttitel dem interessierten Kunden vorrätig zu halten? Aber das ist eine andere Baustelle.

Zu dem Zeitpunkt war die englische Ausgabe noch zu einem vernünftigen Preis zu bekommen, und es ist wegen der vielen präzisen Bilder auch dann gut nachvollziehbar, wenn das Schulenglisch etwas eingerostet ist.

Aber dann fiel mir im Sommer bei Foyles in London Karolyn Kiisels Buch in die Hände. Foyles ist eine sehr große Buchhandlung mit einem wunderbaren Sortiment. Direkt am Eingang gibt es ein großes Regal mit anspruchsvollen Titeln zu Kostümgeschichte, Schnittkonstruktion, Modeepochen und vielem mehr, die populären „Sewing Bee“, „Tilly and the Buttons“ …. findet man in einer überwältigenden Auswahl im Untergeschoß. foyles.co.uk verkauft seine Bücher auch übers Netz, dort war „Draping“ acht englische Pfund preiswerter angeboten als im Geschäft.

 

Karolyn Kiisel bietet alles, was auch Theresa Gilewska zeigt, ist aber noch umfangreicher und zeigt auf der beiliegenden DVD in ein- bis zweiminütigen Videos das richtige Vorgehen beim Drapieren. Ich empfinde das als sehr hilfreich, weil genaues und sorgfältiges Arbeiten für ein gelungenes Kleidungsstück wirklich wichtig ist und ich mir dort etwas „abgucken“ kann.

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Das Sweetheart Pattern von Sew la-di-da

Durch Zufall bin ich im letzten Sommer in Lyme Regis bei Sew la-di-da gelandet, etwas abseits der Hauptstraße liegen eine kleine Galerie, eine Töpferei, Brauerei, Café, Restaurant und eben Sew la-di-da und laden zum Stöbern ein. Eigentlich erwartete ich einen Shop mit Stoffen und Nähzubehör, das ist es aber nicht! Stoffe gibt es schon, in schöner, aber beschränkter Auswahl, das Wesentliche sind die von Carolin angebotenen Workshops und Schnittmuster. inspiriert von Kleidern der Kriegszeit (Blitz) und der Fünfziger Jahre, angepasst an aktuellere Körperformen. Vor einem Besuch empfiehlt es sich, die Öffnungszeiten zu erfragen. Ich habe mir den Schnitt „Sweetheart“ gekauft und als Probemodell aus IKEA-Stoff genäht, und dann doch im Sommer getragen. Der Schnitt ist einfach und dank dem beiliegenden Anleitungsheft leicht nachzuarbeiten. Ein wirklich guter Tipp meiner Nählehrerin war es, den eckigen Ausschnitt nicht sofort zuzuschneiden, sondern mSweetheart Patternich erst langsam bei der Anprobe seiner Form, bzw. Tiefe zu nähern. So vermeidet man, dass die Träger darunter im Ausschnitt sichtbar werden.
Weil es ein Sommerkleid werden sollte, habe ich die Ärmel zwar genäht, dann aber doch nicht eingesetzt. Insgesamt war der Schnitt in Größe 12 so weit, daß in der Taille seitlich jeweils vier cm weggenommen werden mussten, um es nicht sackig wirken zu lassen. Der weite Rock ( ich habe fast vier Meter verbraucht, auch, weil ich wegen des Musters unsicher war) ist fürs Tanzen wunderbar, und ich werde mir das Kleid in einer winterlichen Variante auf jeden Fall noch einmal nähen.

 

Die Schnittmuster von Sew-La-Di-Da sind liebevoll verpackt

Die Schnittmuster von Sew-La-Di-Da sind liebevoll verpackt

 

Das Anleitungsheft ist so ausführlich bebildert, dass man sogar auf den Text verzichten könnte

Das Anleitungsheft ist so ausführlich bebildert, dass man sogar auf den Text verzichten könnte

 

Sprachkenntnisse sind kaum erforderlich

Sprachkenntnisse sind kaum erforderlich

Mit 20 englischen Pfund war es ein teures Schnittmuster, aber die Verpackung ist sehr schön, das Anleitungsheft ausführlich und gut verständlich und das Papier so fest, das es mehrfaches Aufstecken gut übersteht. Es lohnt sich, die Website von Sew-La-Di-Da zu besuchen. Das Sortiment erweitert sich stetig, und vielleicht sind auch die angebotenen Workshops für Südenglandliebhaberinnen interessant.

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Gefunden

The Blandford Fashion Museum

Aufmerksam geworden sind wir durch einen Flyer in der Tourist Information in Bridport, als wir Karten für die Modenschau „Fashion on ration“ kauften; und an einem verregneten Ferientag haben wir es besucht.

Das kleine Museum liegt zentral in Blandford-Forum in Dorset und zeigt Mode vom frühen 18.Jahrhundert bis in die Gegenwart. Entstanden ist es aus der privaten Sammlung von Mrs. Betty Penny MBE und wird ausschließlich ehrenamtlich betrieben, wie es in England so oft der Fall ist. Zehn Räume eines ursprünglich privaten Hauses präsentieren hauptsächlich Frauenkleider, in geringerem Maße auch Männer-und Kinderbekleidung. Manches ist thematisch angeordnet ( Cocktailparty, Kleidung in Kriegszeiten, Braut und Bräutigam ) und die Räume sind entsprechend der Zeit dekoriert. Anders als im Victoria&Albert-Museum, dessen Ausstellungen immer einen Besuch wert sind!, wird gerade durch die räumliche Enge die Wirkung der Kleidung unmittelbar erfahrbar. Ausladende Röcke oder schmal, weil sparsam geschnittene Kostüme in einer alltäglichen Umgebung regen mich eher zum Nachdenken darüber an, wie sich die Menschen darin gefühlt haben mögen, welchen Wert die Herstellung für sie hatte, wie umfangreich ihr Besitz war im Vergleich zu unseren meist übervollen Kleiderschränken.

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Im Museum werden alte Knöpfe von gespendeten Kleidungsstücken verkauft. Mit etwas Glück kann man welche aus ganz verschiedenen Epochen finden.

Im Dorset Craft Room wird die Knopfherstellung der Dorset Buttons in Heimarbeit gezeigt, tatsächlich bietet Prym sie als Creativ-Knöpfe zum Selbermachen auch bei uns an. Dabei handelte es sich um feste Rahmen aus Horn oder Blech, die mit Garn fein umhäkelt wurden, eine Arbeit, die auch Kinder schon ausüben konnten.

Betreut wurde die Ausstellung bei unserem zweistündigen Besuch von zwei sehr hilfsbereiten und auskunftsfreudigen Damen, im Tearoom wurde selbst gebackener Kuchen angeboten, und es gab eine kleine Auswahl an Büchern und Mitbringseln zu kaufen. Wer also die Ferien in Dorset verbringt und sich für Mode oder Sozialgeschichte interessiert, sollte sich dieses kleine, aber feine Museum nicht entgehen lassen.

Zur Website des Museums

 

 

 

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