Genähtes

Schweden – Russland – Bauhaus

Vor einigen Wochen war ich im großen schwedischen Möbelhaus, um nach zusätzlicher Ausstattung fürs Nähzimmer zu suchen. Leider war nicht zu finden, was ich mir vorgestellt hatte, allerdings blieb ich in der Stoffabteilung an einem Ausverkaufsstoff hängen, der auf 2€ per Meter reduziert war und mir sehr „bauhausig“ erschien. Und gleichzeitig fiel mir das passende Schnittmuster dazu ein: AGATA von Vikisews.

 

Ja – falsch gedacht: beim Zuschnitt habe ich die Knopfleiste vergessen! Zwei Möglichkeiten blieben mir, einen Reißverschluß in die vordere Mitte setzen oder ein Vorderteil neu zuschneiden, abhängig davon, was die Stoffreste für den Mustersatz hergeben.

Mit viel Suchen habe ich mit Hilfe meiner Nählehrerin ein neues Vorderteil zugeschnitten, das leider an einer Stelle einen Farbwechsel im Musterverlauf enthält.

Ich möchte noch ein bisschen zum Schnittmuster erzählen: Vikisews ist mir zuerst bei Instagram begegnet. Einige Bloggerinnen haben ihre Modelle oder Grasser patterns genäht. Die Schnitte sind modisch, eher feminin, und kommen mit einer ausführlich bebilderten russischsprachigen Anleitung. Selbst spreche ich kein Russisch, aber der Göttergatte hat es lange unterrichtet und könnte zur Not helfen. Aber keine Angst, das braucht es nicht! AGATA ist zwar das einfachste Schnittmuster, das mir die liebe Moskauer Familie geschenkt hat, aber die Bebilderung der Anleitung ist so präzise, daß Sprachkenntnisse nicht unbedingt erforderlich sind. Versierte Näherinnen nähen dieses Modell ohnehin freihändig zusammen. AGATA kann ebenso mit der Knopfleiste auf dem Rücken getragen werden, für meinen Stoff schien mir das nicht so günstig, möchte es aber im Herbst aus einem weicheren Flanell ausprobieren.

Größentechnisch fällt Vikisews etwas kleiner aus als Burda (meine Einschätzung), Grasser hat ganz andere Größen. Das Schnittmuster enthält einen Zentimeter Nahtzugabe, Passzeichen (weniger als Vogue, aber immerhin) und sogar eine Vorlage für den Gürtel. Die Preise für die Schnittmuster sind sehr günstig, die meisten Modelle sind für Frauen, es gibt aber auch schöne Entwürfe für Kinder, ein Blüschen fürs Enkelkind habe ich schon bestellt.

Zurück zum Kleid: der Farbwechsel im Muster gab mir wirklich zu denken, weil ich nicht weiß, wie ich ihn hätte vermeiden können (mit dem verbleibenden Stoff) , letztlich war die Notlösung, die Knopfleiste auf die „männliche“ Seite zu verlegen:

Mit dem Kleid bin ich soweit zufrieden, optimierbar wäre der Verschluß; um die Knöpfe präziser passend zu beziehen, hätte ich in noch verwendbare Reste schneiden müssen, das war mir zu schade. Den nicht abgebildeten Saum habe ich entsprechend dem Muster farblich abgesteppt.

Was mich wirklich sehr gefreut hat: #sewover50 hat mich um die Erlaubnis zum Repost bei Instagram gebeten und meine Arbeit sehr freundlich kommentiert, die vielen netten Kommentare sind wunderbar.