Genähtes

Jeansmantel

Dieser Beitrag enthält Werbung, da ich meine Bezugsquellen nenne.

Im Februar 2017 zeigte Burda einen schönen Leinenmantel, der direkt auf meiner Wunschliste landete. Nun ist ein schönes, schweres Leinen gar nicht so leicht zu finden, besonders, wenn es zum eigenen Farbschema passen soll, in dem Naturtöne eher selten auftauchen. Also habe ich die letzten fünf Meter meines bis dahin schier unerschöpflichen Jeansvorrates im Schlafzimmer ausgerollt und das Schnittmuster auf der rechten Seite – nicht im Stoffbruch – aufgelegt, um ein möglichst gleichmäßiges Bild zu erreichen. Wie schon früher erwähnt, gab es einige Fehler im Stoff, denen ich ausweichen musste. Zanderino hatte mir damals großzügig über einen Meter zusätzlich kostenfrei geliefert.

Die Rohfassung des Mantels

 

Von der Seitennaht wurden unter dem Ärmelansatz fast acht Zentimeter weggenommen.

 

Ursprünglich sieht das Schnittmuster nur einen Abnäher im Rücken vor.

 

Hätte ich das Modell wie geplant aus schwerem Leinen genäht, wäre ich wohl bei der lässigeren Weite geblieben. Aus dem Jeansstoff bekam der Mantel allerdings einen leicht militärische Anmutung, und das haben wir mit einer deutlicheren Taillierung und den orangefarbenen Steppturen betont. Gefüttert wurde mit einem dünnen Baumwollstoff von Swafing, den ich in der Nähkiste gekauft habe; in diesem Fall kostete der Futterstoff ausnahmsweise deutlich mehr als das Obermaterial. Dunkelblaue Viskose liegt noch im Schrank, aber der schöne Kontrast, wenn der Mantel offen getragen wird, macht mir Freude.

 

Der zusätzliche Abnäher spiegelt die Anordnung auf der Vorderseite.

 

Es war nicht ganz einfach, die ideale Position des Knopflochs zu bestimmen.

 

Das auffällige Futter korrespondiert mit den Farben von Ziersteppung und Knöpfen.

 

Das Revers wurde dunkelblau abgesteppt. Nur die Schultern sind betont.

 

Das Endergebnis – er ist schon klasse.

 

Mit dem Mantel bin ich sehr zufrieden, und wir planen eine winterliche Ausführung – die allerdings deutlich schlichter werden wird.

Auch diesmal musste ich lernen, dass wiederholtes Studium von Anleitung und Schnittmuster selbst gar nicht sorgfältig genug sein kann. In meiner Vorstellung lag der Ansatz der Taillenriegel in der Seitennaht und nicht zwischen mittlerem und seitlichen Rückenteil. Also habe ich äußerst sorgfältig rechts und links der beiden Nähte im Rückenteil insgesamt vier Ziernähte aufgesteppt, mit dem schweren Stoff kein leichtes Unterfangen, um dann festzustellen, dass die ganze Mühe vergebens war, wollte ich die Riegel „vernünftig“ anbringen. Das Auftrennen war nicht schön!

Die Ärmelriegel wurden ohne Verzug eingenäht.

Meine Nählehrerin machte mich noch auf den fehlenden Aufhänger aufmerksam – wir nähten dann einen aus Jeansresten.

Ich weiß, es ist nur eine Kleinigkeit und geübte Näherinnen denken vermutlich ohnehin immer daran, aber es wäre hilfreich, wenn in den Schnittmustern/Anleitungen auf die beste Position bzw. verschiedene Optionen von Aufhängern hingewiesen würde. Das gilt ganz besonders auch für unüblich konstruierte Kleider oder Röcke. Wenn wir lange Freude an einem Kleidungsstück haben möchten, gehört auch sorgfältige Pflege und Aufbewahrung dazu.

Jeansstoff von Stoffe Zanderino, Verbrauch knappe vier Meter in der Länge wegen der Unregelmäßigkeiten im Stoff, Futterstoff von Swafing aus Katjas Nähkiste, 2Meter fast vollständig verbraucht

Schnittmuster Burda 2-2017, Modell 103

Knöpfe und Garne aus Katjas Nähkiste in Bottrop