Genähtes

Elf Meter Jeans

 

 

 

Im Frühsommer habe ich endgültig meinen letzten gekauften Jeansrock entsorgt, d.h. er ist in die Flicken- und Restekiste gewandert. Nach etwas längerer Suche, mir schwebte ein richtig robuster, schwerer Stoff ohne Elastan vor, bin ich bei Stoffe Zanderino fündig geworden und habe – guten Jeansstoff kann man bestimmt immer gebrauchen, notfalls wird er vererbt – zehn Meter bestellt. Geliefert wurden mir zwei Stücke, die insgesamt gut über elf Meter ergaben, vielleicht wegen eines kleinen Fehlers an einer Stelle oder weil der Stoff nicht an einem Stück war? Waschen und dann im Waschkeller über die Leinen hängen, das war eine sportliche Leistung und verfärbte das Oberhemd des Gatten. Bügeln…. Nein, bügeln konnte ich zumindest die neun Meter am Stück nicht! Und auch mit dem kleineren Teil hatte ich meine liebe Not. Dankenswerterweise haben die netten Damen von der Heißmangel diese Arbeit übernommen und den Jeansstoff ohne Bruch wunderbar geglättet.

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Chloe´von La Maison Victor

 

Die "unsichtbaren" Druckknöpfe gefielen mir am besten

Die „unsichtbaren“ Druckknöpfe gefielen mir am besten

 

Das erste Projekt war eine weitere Chloe´ in einer Jeansvariante,

dann der einfache Bleistiftrock und parallel dazu das Jaegerkleid. Mittlerweile ist auch eine Hose dazugekommen und der Ballen auf 5,5m plus Zuschnittreste geschrumpft. Eine Weste, die Rock und Hose ergänzen könnte, möchte ich gerne in diesem Jahr noch nähen, und dann reicht es immer noch für ein Kleid mit einem weiten Rock oder etwas anderes…..

noch 5,5 m Möglichkeiten

noch 5,5 m Möglichkeiten

 

 

Das Jaegerkleid hat nichts mit der Jagd zu tun, vor zwei oder drei Jahren habe ich in England bei Jaeger ein schönes rotes Kleid mit einem einfachen Schnitt gekauft, das auf dem Bügel eher „reizarm“ wirkt, angezogen aber ein gewisses Etwas hat. Übrigens sparte Jean Pratt aus Notable woman  zu Kriegszeiten auf einen Mantel von Jaeger, der für eine solide bürgerliche Qualität mit Anspruch steht. Meine Idee war, dieses Kleid in verschiedenen Varianten nachzunähen, die erste Version muss ich noch beschreiben.

 

Das Kleid hat Taschen in der Taillennaht

Das Kleid hat Taschen in der Taillennaht

Der auffällige Reißverschluß wirkt etwas frecher

Der auffällige Reißverschluß wirkt etwas frecher

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Der kleine Schlitz macht es bequemer

 

Das Kleid ist dunkelblau gefüttert, es sitzt wirklich gut und ich trage es gern, im Sommer war ich damit zur Teatime im Savoy, aber es braucht noch einige Wäschen und Tragezeit, bis es anschmiegsamer ist. Das ist ein Nachteil der Entscheidung gegen Elastan.

Das dritte Projekt war eine Marlenehose nach einem gerne getragenen Modell, das ich mir direkt zweimal gekauft hatte. Das abgetragenere Teil habe ich aufgetrennt und sorgfältig eingetütet, weil es sicher nochmal nachgenäht werden wird. Meine Nählehrerin riet zu einer Nahtzugabe von zwei Zentimetern beim Zuschnitt, um für Passformprobleme gewappnet zu sein, weil die Materialien sehr unterschiedlich waren. Schon bei der ersten Anprobe saß die Hose sehr gut, die Abnäher vorne und hinten wurden etwas vergrößert, d.h. die Taille etwas enger, aber damit war alles getan. Der Reißverschluß in der Seitennaht ist die kurze Variante des Kleidverschlußes, beide stammen von Annettes Nähkiste in Bottrop.