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Genähtes

Neu gemacht und alt verwertet

Genähtes

Hochzeit feiern

 

 

Dieses Jahr bot einige Überraschungen für unsere Familie, als wichtiges Ereignis stand im Wesentlichen die Master-Feier/das Commencement in New Haven auf dem Plan. Das Kostüm dafür habe ich bereits beschrieben, hier ist es endlich vollständig zu sehen:

Mein erstes Kostüm nach Vogue 7975

Mit den Häkchen gefiel mir die Jacke besser als mit Knöpfen.

Und dann heiratete der Sohn, und wir bekamen eine ganz wunderbare Schwiegertochter. Die Hochzeit fand in Moskau statt und war das allerschönste Fest. Die Familie der Braut nahm uns überaus herzlich auf, wir lernten so viele freundliche Menschen kennen und  unsere Familie vergrößerte sich. Der Gatte spricht russisch, das erleichterte alles, Englisch konnte nur begrenzt helfen.

Und natürlich musste das Outfit stimmen. Lange war die Kleiderlänge ungeklärt, bei Breuninger in Düsseldorf gab es ein sehr schönes langes Kleid, leider ärmellos, die angebotenen Farben und Modelle in den anderen Geschäften gefielen nicht, schließlich sollte es selbst genäht werden. Vogue 2903 ist eigentlich gar nicht so schwierig, wenn man einmal verstanden hat, wie die Anleitung gemeint ist; ein amerikanisches Tutorial löste die Probleme.

Vogue 2903 aus Seidenjaquard von Valentino

Der Rock schwingt schön weit beim Tanzen.

Bevor der Seidenstoff angeschnitten wurde, haben wir ein Probemodell aus alten Laken gemacht, etwas mehr Arbeit, aber lohnenswert, denn jetzt habe ich für ein weiteres Modell nach diesem Schnitt ein passgenaues Muster, das vor dem Zuschneiden nochmal anprobiert werden kann. Die Seide von  Haute Couture Stoffe Möller in Düsseldorf ließ sich gut verarbeiten; tatsächlich kam es während der Feier noch zu einem Rotweinunfall, der aber keine dauerhaften Spuren hinterließ.

Fliege und Kummerbund aus blauer Seide für den Gatten, Schuhschleifen für die jüngste Tochter

Fliege und Kummerbund für den Gatten

 

Auch ohne Sakko kann sich der Kummerbund sehen lassen.

 

 

Die Fliege nach dem Grundschnitt von Sammelsurium

Neue Schleifen aus breitem Satinband

 

Das Kleid war mit Abstand die aufwendigste Näharbeit für die Hochzeit, trotzdem hat die Suche nach der idealen Festtagskleidung für den Gatten fast mehr Zeit gebraucht. Welchen Schnitt und welche Dicke die ideale Fliege haben könnte, wie der Kummerbund am Besten geschlossen wird…..vor den Schaufenstern englischer Herrenausstatter kann man lange staunen. Die Fliege bindet der Herr selbst, und dank der oben verlinkten Anleitung von Sammelsurium kann sie maßgenau angefertigt werden. Zwei Probestücke gingen der Seidenfliege voraus bis die ideale Länge und Breite klar waren, eins der Probestücke aus einem rosa Plastiksatin wird sogar hin und wieder getragen. Mir hätte ein Modell aus der gelben Seide zu dieser Gelegenheit gefallen, aber ein gelber Kummerbund wäre des Guten zuviel gewesen.

Mit dem Kummerbund bin ich wirklich sehr zufrieden, denn er kann sich auch ohne Jackett sehen lassen. Dazu habe ich den Burdaschnitt 3403 abgewandelt: das Vorderteil mit den Falten stammt aus dem Schnittmuster, dann habe ich aus der Seide einen Tunnel genäht und über ein sechs cm breites schwarzes Gummiband gezogen, das bereits an einer Seite des Vorderteils mitgefasst war. Der Gesamtumfang entspricht der Taillenweite, da der Tunnel aber nur über das Gummiband gezogen, nicht jedoch vernäht wird, ist die Beweglichkeit gesichert und es wird auch an einem sehr langen Abend mit Tanz nicht unbequem.

Die Satinschleifen für die Tochter waren ein Notbehelf, das Kind lebt zur Zeit auf Haiti, und ihre Lackschuhe waren nicht klimakompatibel, eine Schleife ging verloren. Von England aus bestellte ich dickes, breites Satinband, das mich dann zuhause erwartete und entsprechend der verbliebenen Schleife verarbeitet wurde. Den Lieferanten muss ich noch einmal heraussuchen, das Band war von hervorragender Qualität und gar nicht teuer. In Moskau wurden die neuen Schleifen dann mittels Sekundenkleber appliziert.

Stoffverbrauch für das Kleid: 4m Seidenjaquard, 2,5m Futterstoff

Stoffverbrauch für Fliege und Kummerbund: 0,6m Seide, mittlerweile habe ich aus den Resten noch eine weitere Fliege mit anderen Enden genäht

 

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Genähtes

Bluse im ASIA-Stil

Die jüngste Tochter hat einige Zeit in Taiwan studiert und mir von dort diesen wunderbaren Stoff mitgebracht.

Das Schnittmuster ist ein Einzelschnitt von Burda

Es handelt sich vermutlich um eine bedruckte Baumwolle, die Abseite erinnert an die Kittelschürzen der sechziger Jahre, und die goldene Farbe hat die Wäschen bisher gut überstanden. Das hatte mir Sorgen gemacht, weil ich auf dem Oberhausener Stoffmarkt von Kiseki einen ebenfalls teils golden bedruckten Stoff gekauft hatte, und man mich sofort informierte, daß davon nach der Wäsche nichts übrig sein würde.

Burda sieht entlang der Paspel Knöpfe und Schlaufen vor, ich habe mich für einen nahtfeinen Reißverschluß im Rücken entschieden. Das ist etwas umständlicher beim Anziehen, aber so ist die Front ruhiger und es könnte noch eine Brosche getragen werden. Eventuell werde ich aus dem noch unverarbeiteten, deutlich größer gemusterten Stoff von Kiseki ein zweites Modell nähen und die Knopflösung ausprobieren.

Mit der Passform des Modells hatte ich wie schon bei der Libertybluse meine Schwierigkeiten, die Taillenabnäher mussten sehr hoch gezogen werden. In diesem Fall gab es kein Probemodell, ansonsten hätte ich im Vorhinein vielleicht genauer zuschneiden können.

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Genähtes

Das erste Kostüm inspiriert von CHANEL

Zu Weihnachten 2016 haben die Kinder mir 3m wunderbaren cremeweißen Boucle´von LintonTweed geschenkt, aus dem ein Kostüm werden sollte.

Der Stoff wurde flächig mit Gewebeeinlage bebügelt, um ihn zu stabilisieren.

Mein Plan war es, die Jacke nach Claire Shaeffers Vogueschnitt 8804 zu nähen, und ich hatte zusätzlich noch ein Probestück nach V7975 angefertigt, das zusammen mit einem Craftsykurs ins Haus gekommen war. Beide Schnittmuster mussten angepasst werden, aber V7975 saß deutlich besser und auch wegen des zunehmenden Termindrucks, das Kostüm sollte zur Graduation der Jüngsten in New Haven getragen werden, entschied ich mich gegen das Modell von Claire Shaeffer. Es ist aber weiterhin ganz oben auf der Nähwunschliste, ich hoffe jetzt auf den Herbst, wenn die übrigen Anlasskleider fertig sein werden. V7975 wird nicht gequiltet, aber das würde ich beim nächsten Mal anders machen um mehr Stabilität zu erreichen.

Das Futter hat eine kleine Bewegungsfalte am Beleg eingelegt.

 

Auf Empfehlung von Frau Weiner, meiner Nählehrerin, wurden die Belege der Vorderteile direkt mit angeschnitten, um eine schärfere Kante zu bekommen. Das Futter erhielt neben der großen Bewegungsfalte im Rücken beidseitig in Brusthöhe ein kleines Fältchen eingelegt.

Noch ganz schlicht ohne Borte vor der ersten richtigen Anprobe.

Bis hierhin lief es plangemäß, dann entdeckte ich einen schwarzen! Flugfaden mitten auf dem linken Vorderteil, der sehr geduldig mit feiner Nadel und Pinzette entfernt werden mußte. Und bei der Anprobe stellten wir fest, daß die Jacke mittlerweile zu weit war und nochmal geändert werden mußte.

In die Ärmel ist ein kleiner Schlitz eingearbeitet.

 

Nachdem die Jacke soweit war, taten sich einige Fragen auf: Welche Knöpfe passten dazu, wo gibt es eine chanelige Borte, wie nähe ich die Knopflöcher, wieviele Taschen müssen sein. Auf der Suche nach den richtigen Knöpfen war ich auf zwei Stoffmärkten und in vielen Geschäften, gefunden habe ich sie in Anettes Nähkiste in Bottrop.

Die letzten acht Rosenknöpfe aus der Nähkiste.

Auch diese Knöpfe von Wächtershäuser in Frankfurt standen zur Auswahl.

 

Hier sieht man schon die Borte, die ich auf dem holländischen Stoffmarkt in Oberhausen gefunden habe. Dort gab es auch eine pinke Variante, die ich an einem Rock aus dem Reststoff meines ersten Jägerkleides anbringen möchte.

Keine Knöpfe auf den Ärmeln

Fast fertig, die Taschen fehlen noch.

 

Wir haben die Jacke schließlich knopflos belassen, weil sie so schlicht einfach am Schönsten war. Vorher habe ich etliche Musterknopflöcher von Hand genäht, ohne Borte, durch die Borte, aber dadurch wurde das Modell (mir) zu unruhig, und obwohl ich viel Zeit mit der Suche vertan habe, ist es so besser. Ergänzen muß ich noch, daß die Jacke Schulterpolster bekam, ebenfalls aus der Nähkiste (s.o.). Nachdem wir erste Fotos gemacht hatten, um die richtige Verschlußlösung zu finden, war gut zu erkennen, daß meine Schultern ein wenig schief sind. Mit zwei unterschiedlich dicken Polstern wurde die Schulterpartie „auf Linie“ gebracht.

Der Rock dazu ist ein schlichter Etuirock, relativ lang, und hoffentlich kann ich in den nächsten Tagen Bilder dazu nachreichen.

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Genähtes

Das erste „Jägerkleid“

Mein Jeanskleid, das ich bereits vorgestellt habe, war schon die zweite Variante eines Kleides, das ich nach einem bei Jaeger in England gekauften Modell genäht habe. Dieses hier ist mein erster Versuch:

 

Ganz schlicht, ohne Taschen

Den Schnitt hat meine Nählehrerin abgenommen und direkt die Passform optimiert; das Original wartet immer noch auf kleine Änderungen sowohl der Schulter- wie der Taillenweite. Eins der Projekte auf der wachsenden To-Do-Liste.

Im wesentlichen handelt es sich um ein einfaches Schnittmuster mit senkrecht wie waagerecht geteilten Vorder- und Rückenteilen, wobei Brustabnäher und zwei kleine Rückenabnäher rechts und links des nahtfeinen Reißverschlusses dazukommen.

Die Abnäher wirken wegen des Lichtes wulstiger als sie tatsächlich sind.

Meine Puppe, eine Lady Valet, hat leider einen recht massiven Torso, der die Oberteile unnötig spannt, obwohl sie auf meine Maße eingestellt und mit Füllwatte optimiert wurde. Daher wird oft zuviel Zug auf den Reißverschluss ausgeübt und das Ankleiden ist bei körpernaher Kleidung schwierig.

Verfeinert wurde das Kleid mit kleinen Schlitzen an den Ärmeln und im Rockteil:

Ärmelschlitze im Boucle´
neigen zum Ausfransen.

    Der kleine unterlegte Gehschlitz erlaubt zumindest engagierten Cha-Cha-Cha.

     

    Das Oberteil wurde mit Vlieseline dünn beklebt und der  Korpus ist abgefüttert mit Stoff aus dem Bestand.

    Den Stoff, einen Baumwollboucle´in Cremeweiß, habe ich bei Alfatex in Bochum gekauft, geplant war ein Chaneljäckchen nach Claire Shaeffer, das mich vermutlich überfordert hätte. Mittlerweile hat das Christkind drei Meter wunderbaren weißen Linton-Tweed gebracht, die bis Ende Mai zu einem Kostüm verarbeitet werden sollen, und ich bin mit meinem Kleid wirklich glücklich.

     

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    Joan-Dress inspiriert von HandmadebyHeather

    Mittlerweile haben sich so viele fertige Kleidungsstücke angesammelt, daß es Zeit wird, sie nacheinander vorzustellen. Beginnen möchte ich mit dem JOAN Dress von Sew over it. Ein absolutes Lieblingskleid, gefunden bei Handmade by Heather. Den Schnitt habe ich als PDF bestellt, und die Veränderungen, die Heather für notwendig hielt, beim Zuschneiden berücksichtigt. Der Stoff stammt von Stoffe.de, das Futter aus dem Karstadtausverkauf, der Reißverschluß aus Annettes Nähkiste.

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    Joan Dress in grauem Fischgrät

    Joan Dress in grauem Fischgrät, mit violettem Futter

     

    Ursprünglich hatte ich drei Meter Wollstoff zur Verfügung, aber dann wurde es doch noch knapp: nach dem Zuschnitt zeigte sich, daß der Stoff auch etwas weiter von der Webkante dunkler war als im Gesamtbild, also wurde der Reißverschluß wieder herausgetrennt und ein neuer Rücken zugeschnitten. Und beim vorderen Oberteil war die Passform einfach nicht für mich gemacht, meine Nählehrerin schnitt ein neues Teil zu. Aus den Resten möchte ich gerne noch eine passende Tasche zum Kleid machen, fast alle Zutaten sind schon hier.

    Die Schluppe gibt dem Ganzen den Pfiff, sie besteht aus zwei schräg zum Fadenlauf zugeschnittenen Rechtecken und wird beim Verstürzen mit dem Futterkleid einfach miteingefasst.

    Ich habe das Kleid zur Graduation der kleinen Tochter in der Schweiz getragen, als noch Schnee lag, für winterliche Temperaturen ist es wunderbar, leicht, nicht zu dick, nicht zu eng und man ist sofort „angezogen“. Trotz Schlitz ist es fürs Tanzen nur bedingt geeignet, aber eine Rumba geht immer.

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    Elf Meter Jeans

     

     

     

    Im Frühsommer habe ich endgültig meinen letzten gekauften Jeansrock entsorgt, d.h. er ist in die Flicken- und Restekiste gewandert. Nach etwas längerer Suche, mir schwebte ein richtig robuster, schwerer Stoff ohne Elastan vor, bin ich bei Stoffe Zanderino fündig geworden und habe – guten Jeansstoff kann man bestimmt immer gebrauchen, notfalls wird er vererbt – zehn Meter bestellt. Geliefert wurden mir zwei Stücke, die insgesamt gut über elf Meter ergaben, vielleicht wegen eines kleinen Fehlers an einer Stelle oder weil der Stoff nicht an einem Stück war? Waschen und dann im Waschkeller über die Leinen hängen, das war eine sportliche Leistung und verfärbte das Oberhemd des Gatten. Bügeln…. Nein, bügeln konnte ich zumindest die neun Meter am Stück nicht! Und auch mit dem kleineren Teil hatte ich meine liebe Not. Dankenswerterweise haben die netten Damen von der Heißmangel diese Arbeit übernommen und den Jeansstoff ohne Bruch wunderbar geglättet.

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    Chloe´von La Maison Victor

     

    Die "unsichtbaren" Druckknöpfe gefielen mir am besten

    Die „unsichtbaren“ Druckknöpfe gefielen mir am besten

     

    Das erste Projekt war eine weitere Chloe´ in einer Jeansvariante,

    dann der einfache Bleistiftrock und parallel dazu das Jaegerkleid. Mittlerweile ist auch eine Hose dazugekommen und der Ballen auf 5,5m plus Zuschnittreste geschrumpft. Eine Weste, die Rock und Hose ergänzen könnte, möchte ich gerne in diesem Jahr noch nähen, und dann reicht es immer noch für ein Kleid mit einem weiten Rock oder etwas anderes…..

    noch 5,5 m Möglichkeiten

    noch 5,5 m Möglichkeiten

     

     

    Das Jaegerkleid hat nichts mit der Jagd zu tun, vor zwei oder drei Jahren habe ich in England bei Jaeger ein schönes rotes Kleid mit einem einfachen Schnitt gekauft, das auf dem Bügel eher „reizarm“ wirkt, angezogen aber ein gewisses Etwas hat. Übrigens sparte Jean Pratt aus Notable woman  zu Kriegszeiten auf einen Mantel von Jaeger, der für eine solide bürgerliche Qualität mit Anspruch steht. Meine Idee war, dieses Kleid in verschiedenen Varianten nachzunähen, die erste Version muss ich noch beschreiben.

     

    Das Kleid hat Taschen in der Taillennaht

    Das Kleid hat Taschen in der Taillennaht

    Der auffällige Reißverschluß wirkt etwas frecher

    Der auffällige Reißverschluß wirkt etwas frecher

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    Der kleine Schlitz macht es bequemer

     

    Das Kleid ist dunkelblau gefüttert, es sitzt wirklich gut und ich trage es gern, im Sommer war ich damit zur Teatime im Savoy, aber es braucht noch einige Wäschen und Tragezeit, bis es anschmiegsamer ist. Das ist ein Nachteil der Entscheidung gegen Elastan.

    Das dritte Projekt war eine Marlenehose nach einem gerne getragenen Modell, das ich mir direkt zweimal gekauft hatte. Das abgetragenere Teil habe ich aufgetrennt und sorgfältig eingetütet, weil es sicher nochmal nachgenäht werden wird. Meine Nählehrerin riet zu einer Nahtzugabe von zwei Zentimetern beim Zuschnitt, um für Passformprobleme gewappnet zu sein, weil die Materialien sehr unterschiedlich waren. Schon bei der ersten Anprobe saß die Hose sehr gut, die Abnäher vorne und hinten wurden etwas vergrößert, d.h. die Taille etwas enger, aber damit war alles getan. Der Reißverschluß in der Seitennaht ist die kurze Variante des Kleidverschlußes, beide stammen von Annettes Nähkiste in Bottrop.

    Genähtes

    Der zweite Frühlingsrock

    Der zweite Rock des Frühjahrs ist aus einem weißen Waffelpique´aus reiner Baumwolle, den ich vermutlich bei der http://wollweberei-nietzel.de/ gekauft habe. Er lag schon einige Zeit im Schrank und sollte eigentlich ein Kleid mit kurzen Ärmeln werden, das ich im Anfängerheft von Burda gesehen hatte. Der Schnitt ist selbstgemacht, allerdings inspiriert von einer kürzeren Variante aus einem Burdaheft.

    Durch den breiten Saum hat der Rock schönen Stand

    Durch den breiten Saum hat der Rock schönen Stand

    Im Wesentlichen handelt es sich um vier Rechtecke, zwei ergeben mit nach innen gelegten Falten anstelle der Abnäher den eigentlichen Rock, die anderen werden zu einem langen Schlauch gelegt. Kreisförmig zusammengenäht und an das Rockteil genäht ergeben sie den breiten Rocksaum.
    Das Futter ist einfach nach dem Rock zugeschnitten und verstürzt. Es handelt sich um einen besonders schweren Futterstoff, der auch für Brautkleider genutzt wird und besonders schön fällt.

    Die Farbauswahl für diesen Futterstoff ist leider beschränkt, der Unterschied zum Oberstoff aber nicht zu groß

    Die Farbauswahl für diesen Futterstoff ist leider beschränkt, der Unterschied zum Oberstoff aber nicht zu groß

    Auch dieser Rock hat keinen Bund, der dicke Stoff hält die Form gut, der Reißverschluß ist unsichtbar eingenäht, die Kanten mit engem, 5mm breiten Zickzackstich versäubert. Die Overlock wurde wegen des losen Gewebes für den Oberstoff nicht benutzt.

    Innen sieht es so aus, der Stoff franst sehr stark

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                                                          Der erste Rock in diesem Jahr

     

    Strukturstoff vom Oberpollinger in leuchtendem Gelb

    Strukturstoff vom Oberpollinger in leuchtendem Gelb

    Diesen für mich eher ungewohnt farbigen Stoff habe ich vor gut einem Jahr in München gekauft. Ludwig Beck am Rathauseck mit einem eigenen, sehr gut sortierten Handarbeitsgeschäft dabei und die Stoffabteilung im Oberpollinger sind jedes Mal einen Besuch wert, auch wenn es dort ein bißchen teurer ist. Manchmal ist es einfach nur schön, über den reinen Kaschmir zu streicheln und darauf zu hoffen, irgendwann einmal so gut nähen zu können, daß ein Mantel daraus möglich wäre. Der gelbe Stoff kostete, glaube ich, ca. 30€ pro Meter, ich habe 75 cm gekauft. Den passenden Futterstoff und den nahtfeinen Reißverschluß gab es aus der Nähkiste in Bottrop, gerade die Reißverschlüsse, aber auch andere Kurzwaren sind dort sehr günstig.

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    Die Rockschlaufen sind aus dem Futterstoff genäht

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    Der kleine Schlitz gibt etwas Bewegungsfreiheit, kleine Schritte sind möglich

     

    Der Schnitt ist mit der Hilfe meiner Nählehrerin erstellt, sie hat Taillen- und Hüftweite vermessen, ebenso den Abstand zwischen Taille und Hüfte, und dann haben wir aus diesen Maßen den Schnitt gezeichnet einschließlich der Abnäher vorne und hinten. Der Rock hat keinen Bund, dazu reichte der Stoff leider nicht, und ist unten leicht eingestellt. Der Schlitz ist 20cm lang und hat einen Untertritt von 5cm. Bei der ersten Anprobe mußte nur in der Taille noch etwas weggenommen werden, insgesamt saß der Rock erstaunlich gut. Wenn ich nach Burdaschnittmustern nähe, habe ich oft das Problem, daß ich – wenn die Hüftweite stimmt – entweder die Abnäher stark vergrößern oder direkt zusätzliche anbringen muss. Das sieht nicht immer schön aus, mit dieser positiven Erfahrung gelingt es mir hoffentlich demnächst besser, direkt beim Zuschnitt zu starke Änderungen zu vermeiden.

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    Kleider fürs Kind

    Die rote Variante aus schwerem Jersey

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    Das Kind ist schon Anfang Zwanzig und hatte sich ein schwarzes Etuikleid mit dramatischem Kragen gewünscht. Davon gibt es leider ( noch) keine Bilder, die rote Variante war allerdings auch deutlich besser zu fotografieren. Der Schnitt ist konstruiert nach einem anderen Lieblingskleid, einfach schmal geschnitten, ärmellos, aber mit einem monumentalen Kragen, der in diesem Fall direkt mitangeschnitten wurde. Insgesamt besteht das Kleid aus drei Schnittteilen, einmal das im Stoffbruch zugeschnittene Vorderteil und dann die beiden Rückenteile, die ich ca. 6cm vor die Webkante gelegt habe, um das Versäubern zu sparen und für eventuelle Änderungen ausreichend Spiel zu haben.

    Der elastische Jersey machte den Reißverschluss überflüssig.

    Bisher hatte ich noch keinen Jersey vernäht, ich habe einen Zickzackstich mit ca einem Millimeter Stichbreite eingestellt und während des Nähens den Stoff mit der Hand gespannt. Meine Nählehrerin überprüfte die Nähte mit rigorosem Reißen, alle Nähte, die das nicht überstanden , mussten nachgearbeitet werden. Die Overlock kam nur zum Versäubern zum Einsatz, die Nadel in der Nähmaschine war eine herkömmliche, keine Jerseynadel.

    Versäuberte Kanten und der von Hand angenähte Saum

    Versäuberte Kanten und der von Hand angenähte Saum

    Für die Armlöcher habe ich Belege zugeschnitten und einfach verstürzt, sowohl an der Schulter- wie der Seitennaht sind sie mit wenigen Stichen angeheftet. Es wird sich herausstellen, ob sich das beim Tragen bewährt; vorläufig ist mir diese Variante lieber, weil eleganter.

    Das schwarze Kleid aus gewebtem Wollstoff benötigte natürlich einen nahtfeinen Reißverschluss in der rückwärtigen Mitte. Die Kragenteile darüber sind einfach rechts auf rechts zusammengesteppt, und dann,  weil ich zu wenig Stoff hatte, um den großen Kragen mit anzuschneiden, komplett verstürzt. Das Stoffvolumen braucht er auch für einen schönen Fall.

    Mittlerweile habe ich beschlossen, dieses Kleid auch für mich noch einmal zu nähen, wahrscheinlich aus einem dunkelblauen Wollgemisch, das man auch im Sommer tragen kann. Es ist wirklich schnell genäht, und der Kragen schmeichelt ungemein.

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    Das Kettenhemd

     

    Pullover aus dem Oktoberheft von Burda

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    Der Pullover fiel mir auf, weil seit vielen Jahren ein heißgeliebter Pulli aus richtigem, federleichten Wollvlies in meinem Schrank ist, den ich schon lange nachnähen möchte. Aus dunkellila Loden habe ich das versucht, aber – obwohl die Farbe wunderbar und der Pulli schön warm ist – der Stoff ist nicht richtig gemütlich. Für Informationen, wo richtiges Wollvlies zu bekommen ist, wäre ich sooooo dankbar!

    Dieser graue Stoff stammt von Stoffe.de, ein Schnäppchen aus reiner Wolle und nachgiebig gewebt. Beim Me-made-Mittwoch waren bereits Modelle zu sehen.Das Schnittmuster besteht nur aus sechs recht großen Teilen. Verändert habe ich die untere Länge und die Seitennähte. Den Reißverschluss am Kragen habe ich nicht übernommen, weil mich das Metall gestört hätte und die Variabilität des Kragens mir unnötig schien.Der Pulli ist jetzt unten auf einer Länge, die Seiten sind tailliert(er).

     

    Kein Reißverschluss

    Kein Reißverschluss

     

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    Der Pulli war schnell genäht, er ist leicht und warm, unter Mänteln bedarf der Kragen besonderer Zuwendung, damit es nicht zu „bulky“ wird. Durch den grauen Stoff erinnert er mich sehr an die Schergen des Sheriffs von Nottingham.

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