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Genähtes

Neu gemacht und alt verwertet

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Die Jacke Chloe von La Maison Victor

IMG_0690Als ich den Schnitt für diese Jacke in der La Maison Victor entdeckt hatte, sah ich die Möglichkeit, erstmals etwas anderes als ein Kleid zu nähen. Mit Kleidern fühle ich mich auf sicherem Terrain, eine solche Jacke besitze ich nicht und würde sie wohl auch nicht kaufen, selbst wenn diese Form derzeit ganz aktuell ist.

Bei stoffe.de gab es im Sale diesen Woll-Strickstoff mit „chaneliger Anmutung“, der mir geeignet erschien, der Preis war auf 15€/m reduziert, und die Qualität ist gut.

Als der Stoff eintraf, konnte ich wegen diverser Umräumaktionen die Zeitschrift nicht mehr finden und bestellte mir in der Not den Einzelschnitt für 9.90€. Mit dem Schnitt, der leider nicht wie bei Burda oder anderen Anbietern einfach auszuschneiden ist, weil das Blatt beidseitig bedruckt ist, kauft man auch eine Online-Videoanleitung, die ich allerdings nicht genutzt habe. Ich habe ja meine Nählehrerin!

Von vornherein geplant war, die Raglanärmel abzuändern, weil sie für mich ungünstig sind. Also wurden die Ärmelschnittteile an die Mantelteile geklebt und die Ansatznaht einfach verlegt, in diesem Fall die Raglannaht gewissermaßen senkrecht aufgerichtet. Dabei bleibt die Schulternaht, die über den Ärmel weiterläuft, erhalten und der Schwierigkeitsgrad des Modells ändert sich nicht.

Die verschobene Ärmelnaht, leider schwer zu erkennen

Die verschobene Ärmelnaht, leider schwer zu erkennen

Inzwischen hatte ich auf dem holländischen Stoffmarkt in Oberhausen schwarzen Futterstoff gekauft, weil der schwere Oberstoff einfach nicht rutschte, und ich außerdem die Jacke mit einem kompletten Futter stabilisieren wollte.

Daher wurden auch alle Nähte breit mit schwarzer Vlieseline beklebt. Im Nachhinein glaube ich, dass ich am Besten die Jacke ganzflächig hätte verstärken sollen, um Verziehen zu vermeiden.

gefüttertes Rückenteil mit Bewegungsfalte

gefüttertes Rückenteil mit Bewegungsfalte

Die Taschen in der Seitennaht haben nur einen schmalen Spiegel aus dem dicken Wollstoff, die Taschenbeutel sind aus dem Futterstoff gemacht.

extragroße Kunststoffdruckknöpfe

extragroße Kunststoffdruckknöpfe, gefunden in der Nähkiste in Bottrop

Insgesamt gefällt mir Chloe recht gut, mit einem schwarzen Rollkragenpulli wirkt sie wegen der 3/4-Ärmel ganz chic.

Beim nächsten Mal würde ich den Schnitt leicht A-förmig ausstellen und eventuell die Ärmel verlängern, denn für kaltes Wetter sind sie nicht gut geeignet  (aber schöner sind sie so).

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Burdabluse aus Libertystoff

Im Frühjahr sah ich ein wunderbares, uni lilafarbenes Pradablüschen, das mir unglaublich gut gefiel. Es wurde auf dem Rücken mit einer Knopfleiste geschlossen, und hatte, wenn ich mich richtig erinnere, einen kleinen Kragen. Eine Bluse hatte ich noch nie genäht, also kam nur eine viel simplere Variante in Frage. Nach langem Suchen fand ich diesen Schnitt für eine Bluse von Burda. Obwohl ich eigentlich am liebsten Stoffe ohne Muster oder Motiv verarbeite, habe ich einen Libertystoff mit Schirmchenmotiv verwendet, den ich aus England mitgebracht habe. Gekauft in Bridport in einem Stoffgeschäft mit einer riesigen Auswahl an Dekostoffen, vielen Baumwollstoffen und sehr freundlicher Beratung.

Weil ich bei Burdaschnittmustern oft Probleme habe, die richtige Größe zu finden, habe ich aus einem alten Kopfkissenbezug ein Probeteil angefertigt, das auch prompt verändert werden musste. Im Rücken wurden zwei kleine Abnäher ergänzt, die Seiten wurden verschmälert und die Abnäher im Vorderteil verbreitert.

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Der senkrechte Abnäher ist stark erweitert, im Brustbereich wurden einige cm weggenommen

Rückenteil mit Abnäher

Rückenteil mit kleinem Abnäher

Mein Denkfehler beim Probestück: ich habe die unterschiedliche Elastizität des Materials nicht berücksichtigt. Der Blusenstoff war deutlich anschmiegsamer und legte sich sehr schön an, so dass im Laufe des Nähens noch mehr Überschuss mit den Abnähern weggenommen werden musste. Zum ersten Mal musste ich auf die Ausrichtung des Musters achten, was ich wegen der in alle Richtungen strebenden Schirmchen fast vergessen hätte.

 

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Vorderansicht Burdabluse aus Libertystoff

Von meiner Nählehrerin bekam ich den Hinweis, die Knopflöcher in verschiedenen Farben zu arbeiten, jetzt sind sie je nach Hintergrund lila oder hellbeige. Leider macht meine Nähmaschine mit ihrem Knopflochprogramm  nur sehr unterschiedliche Knopflochränder, am Ende mussten sie ganz konventionell mit einem sehr kleinen Zickzackstich gefertigt werden.

Knopfleiste mit verschiedenfarbigem Garn

Knopfleiste mit verschiedenfarbigem Garn

 

 

 

Die bezogenen Knöpfe nehmen ebenfalls das Muster auf und verschwinden fast aus dem Blick, ein bißchen wie Chamäleons.

Resultat: ich werde das geänderte Probeteil in einer weißen Baumwolle noch einmal nähen, weil mir weiße Blusen gut gefallen, eventuell versuche ich auch eine Variante mit einem kleinen Kragen, das habe ich bisher noch nicht gelernt.

 

 

 

 

 

 

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Das Sweetheart Pattern von Sew la-di-da

Durch Zufall bin ich im letzten Sommer in Lyme Regis bei Sew la-di-da gelandet, etwas abseits der Hauptstraße liegen eine kleine Galerie, eine Töpferei, Brauerei, Café, Restaurant und eben Sew la-di-da und laden zum Stöbern ein. Eigentlich erwartete ich einen Shop mit Stoffen und Nähzubehör, das ist es aber nicht! Stoffe gibt es schon, in schöner, aber beschränkter Auswahl, das Wesentliche sind die von Carolin angebotenen Workshops und Schnittmuster. inspiriert von Kleidern der Kriegszeit (Blitz) und der Fünfziger Jahre, angepasst an aktuellere Körperformen. Vor einem Besuch empfiehlt es sich, die Öffnungszeiten zu erfragen. Ich habe mir den Schnitt „Sweetheart“ gekauft und als Probemodell aus IKEA-Stoff genäht, und dann doch im Sommer getragen. Der Schnitt ist einfach und dank dem beiliegenden Anleitungsheft leicht nachzuarbeiten. Ein wirklich guter Tipp meiner Nählehrerin war es, den eckigen Ausschnitt nicht sofort zuzuschneiden, sondern mSweetheart Patternich erst langsam bei der Anprobe seiner Form, bzw. Tiefe zu nähern. So vermeidet man, dass die Träger darunter im Ausschnitt sichtbar werden.
Weil es ein Sommerkleid werden sollte, habe ich die Ärmel zwar genäht, dann aber doch nicht eingesetzt. Insgesamt war der Schnitt in Größe 12 so weit, daß in der Taille seitlich jeweils vier cm weggenommen werden mussten, um es nicht sackig wirken zu lassen. Der weite Rock ( ich habe fast vier Meter verbraucht, auch, weil ich wegen des Musters unsicher war) ist fürs Tanzen wunderbar, und ich werde mir das Kleid in einer winterlichen Variante auf jeden Fall noch einmal nähen.

 

Die Schnittmuster von Sew-La-Di-Da sind liebevoll verpackt

Die Schnittmuster von Sew-La-Di-Da sind liebevoll verpackt

 

Das Anleitungsheft ist so ausführlich bebildert, dass man sogar auf den Text verzichten könnte

Das Anleitungsheft ist so ausführlich bebildert, dass man sogar auf den Text verzichten könnte

 

Sprachkenntnisse sind kaum erforderlich

Sprachkenntnisse sind kaum erforderlich

Mit 20 englischen Pfund war es ein teures Schnittmuster, aber die Verpackung ist sehr schön, das Anleitungsheft ausführlich und gut verständlich und das Papier so fest, das es mehrfaches Aufstecken gut übersteht. Es lohnt sich, die Website von Sew-La-Di-Da zu besuchen. Das Sortiment erweitert sich stetig, und vielleicht sind auch die angebotenen Workshops für Südenglandliebhaberinnen interessant.

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