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Genähtes

Neu gemacht und alt verwertet

Genähtes

Burda-Hack: Kleid 111 aus dem Mai 2017

In diesem Beitrag nenne ich meine Quellen und mache damit unbeauftragte und unbezahlte Werbung!

Kurz vor Weihnachten wurde dieses Kleid fertig:

 

Das Schnittmuster stammt aus der Burda vom Mai 2017, und ich habe mich auf Anhieb verguckt. Seit langem schwebte mir ein Kleid vor, dessen Ober- und Unterteil sich im Stoff deutlich unterschieden, ich glaube, in einer uralten Modezeitschrift hatte ich ein rosa-schwarzes Modell gesehen, das mir unglaublich elegant und romantisch erschien. Davon weicht meine Variante deutlich ab. Eigentlich eher ein businesstaugliches Modell aus einem Stoff ist es zu einem Sonntags- oder „Anlass“-kleid geworden  –  und es lässt sogar die Puppe schlanker aussehen!

Mit der Entscheidung für die beiden verschiedenen Stoffe wurden Änderungen am Schnitt nötig: zuerst habe ich das Schnittmuster wie vorgesehen auf den Stoff übertragen, um dann beim Zusammennähen festzustellen, dass die Rockteile unterschiedlicher Länge waren; auf der Abbildung im Heft fällt dies nicht auf, obwohl etwas Nachdenken vermutlich zu Erkenntnis verholfen hätte. So gab es eine Stufe in der Seitennaht, die zwar sehr schön die Konstruktion offenlegte, aber unruhig und ungenau wirkte. Also wurde aufgetrennt und verschoben.

Davon abgesehen ließ sich das Kleid gut nähen, ein bißchenWeite mußte weggenommen werden, außerdem konnte ich den Oberteilschnitt nur mittels rotem Faden auf den Stoff übertragen, das machte etwas mehr Arbeit als sonst.

Zusätzlich geändert wurde das untenliegende Stoffstück des vorderen Oberteils: um die Stofflagen nicht zu dick werden zu lassen, ist es aus Futterstoff und Oberstoff zusammengesetzt, sichtbar ist nur der Tweed. Das gesamte Kleid ist abgefüttert, um einen schöneren Fall zu erreichen.

Mittlerweile habe ich einen Standardärmel, der an ärmellose Schnitte gesetzt wird. Mit zunehmenden Alter bin ich lieber „angezogener“.

Wie man oben sieht, benutze ich Hantelscheiben als Gewichte und bin sehr zufrieden damit. Vor Jahren gab es die Hanteln mit verschiedenen Scheiben bei Aldi für wenig Geld, und die einzelnen Scheiben eignen sich hervorragend fürs Zuschneiden.

Dieses Modell werde ich wohl noch einmal nähen, wenn mir eine schöne Stoffkombination begegnen sollte.

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In diesem Post nenne ich meine Bezugsquellen und mache damit unbeauftragte und unbezahlte Werbung. Sowohl Schnittmuster wie Materialien wurden von mir gekauft.

Übermütig hatte ich zeitgleich mit dem weißen Kostüm die gleiche Jacke aus einem schwarzweißen Baumwollboucle´von Alfatex zugeschnitten, das schien mir zu Übungszwecken ganz vernünftig, zu schnell vergisst man kleine Änderungen oder Tricks, wenn die Zeit vergeht. Und obwohl ich möglichst viel auf den Schnitten notiere, geht das ein oder andere verloren.

Baumwollstoff von Alfatex, rechts oder links?

Schon damit tat ich mich schwer, schließlich habe ich mich für die vermeintlich kontrastreichere Seite entschieden. Auch dieser Stoff wurde flächig mit schwarzer Vlieseline H 785 bebügelt, was ihn leicht stabilisiert, den Fall aber kaum verändert.

Im Frühjahr hatte ich aus weißem Walkstoff einen Pulli nach dem Burdaschnitt genäht, der prinzipiell gut saß, gerade die Abnäher kamen gut hin, und so nähte ich ein Probekleid nach dem Schnittmuster 114 aus dem Novemberheft 2015. (Dieser Pulli dient mittlerweile als Schnittvorlage für Folgemodelle, da die Wolle zu sehr kratzte; ein Modell aus Baumwollfleece von Ticino-Stoffe muss nur noch gesäumt werden und wird hoffentlich zügig „verbloggt“)

Der Boucle´ ist nicht elastisch, aber das stellt kein Problem dar. Wir haben das Modell sogar noch etwas enger gemacht, und trotzdem kann ich mich uneingeschränkt bewegen.

 

 

Nach den ersten Anproben schien die Jacke noch ein bißchen mehr Dekor zu brauchen, und ich habe eine schwarze Borte aus dem Bestand von Hand aufgenäht. Einige Probeknopflöcher später entschied ich mich dann für einfache schwarze Druckknöpfe, die auf der Borte optisch untergehen.

Richtige Knöpfe und Knopflöcher wären zweifellos „chaneliger“ gewesen, aber mir war die reduziertere Variante in diesem Fall lieber. Sowohl Kleid wie Jacke sind vollständig schwarz gefüttert, was die Form zusätzlich stabilisiert und den Tragekomfort erhöht.

Mittlerweile habe ich das Ensemble zu ganz verschiedenen Gelegenheiten getragen, und mich immer „gut angezogen“ gefühlt.

Da ich von beiden Teilen Probestücke genäht hatte, waren die erforderlichen Anpassungen leichter auszuführen. Es gibt inzwischen auch eine rote Version aus wunderbarem Linton-Boucle´und ein drittes Kleid mit kurzen Ärmeln aus dem Boucle´, den ich im Sommer bei Komolka in Wien gefunden habe.

Hier wurde mit einem Beleg gearbeitet.


Die Sicherungsnaht ist zu erkennen. Ich werde nachträglich einen Beleg zuschneiden und einsetzen.

 

Die beiden Kleider unterscheiden sich nur am Halsausschnitt: das bunte hat einen Beleg, das rote ist direkt mit dem Futter verstürzt. Allerdings zieht der schwere Oberstoff trotz Stütznaht unschön nach vorne, und daher werde ich nachträglich auch hier einen Beleg einsetzen.

Auf der neuen Puppe wirkt die Jacke etwas zu eng.

Zusammen mit der Jacke ein schönes Ensemble für besondere Gelegenheiten.

Bei Komolka hatte ich nicht ganz so viel Stoff gekauft, ca. 2,70m, und daher blieb nur ein Rest von 80cm . Daraus möchte ich gerne einen Rock nach Claire Shaeffer nähen, mit Organza als Zwischenlage und verquiltet mit dem seidenen Futter.

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Dieser Beitrag enthält Werbung, weil ich Bezugsquellen nenne.

Mittlerweile ist es fast zwei Jahre her, daß ich auf der Seite von Kleidermanie dieses interessante Kleid entdeckte, PILVI vom finnischen Label “Named Clothing“. Das Mantelkleid gefiel mir richtig gut, und die Website des Labels hielt noch andere interessante Schnittmuster bereit, unter anderem den Rock „PULMU“. Und wie das so ist: wenn man schon Porto für die ausgedruckte Version bezahlen muss, dann bestellt man doch direkt mehr, “damit es sich auch lohnt“. Und im ständig wachsenden Stoffvorrat existiert noch ein schöner grauer Wollstoff, der vor Jahren für einen anderen Rock gekauft wurde.

Hier ist meine Version von PILVI:

PILVI in leuchtendem Gelb

 

Die Taschen und der Saum sind mit einem Zierstich abgesteppt.

 

Der Stretchanteil des Stoffes erschwerte das gleichmäßige Besticken des Saumes.

Vor einigen Jahren habe ich bei einem Vintage Fair in Bridport in Südengland verschiedene Knöpfe gekauft, darunter diese gelben Glasknöpfe, die schon wegen ihres Gewichtes einen „soliden“ Trägerstoff brauchten:

Acht schwere Knöpfe aus gelbem Glas,

da ich noch andere Schätze fand, kam mir die Verkäuferin unverhofft mit dem Preis entgegen. Ich hoffe, daß auch die anderen Knöpfe in nicht zu ferner Zukunft ihren Platz finden, zumindest für ein weiteres Kleid liegt schon der Stoff im Schrank.

Die gläsernen Knöpfe stammen von einem Vintage Fair in Bridport in Südengland.

 

Wegen des Gewichtes der Knöpfe haben ich den Besatz mit H450 verstärkt. Obwohl es hier anders aussieht, sind alle Knöpfe parallel aufgenäht. Zusätzlich gibt es einen innenliegenden „Gegenknopf“, der das Kleid geschlossen hält.

Weil das Schnittmuster elastischen Stoff vorsieht – und mich ständig die Sorge umtreibt, zu knapp zuzuschneiden – habe ich die enthaltene Nahtzugabe von einem auf zwei Zentimeter verbreitert, um dann anschließend alles und mehr wieder wegzunehmen.

Lernfortschritt: wenn man die Seitenteile verbreitert, sollten auch die mitzufassenden Taschen entsprechend geändert werden!

Die Ärmelaufschläge sind nicht im Schnittmuster enthalten, sondern selbst konstruiert. Das war eine Anregung meiner Nählehrerin, um dem Kleid einen zusätzlichen Pfiff zu geben, es etwas aufzuwerten. Tatsächlich fühle ich mich damit „angezogener“.

Die Ärmelaufschläge sind eine eigene Addition; damit wirkt das Kleid „offizieller“.

Mein Stoff, eine leicht quer-elastische Baumwolle aus dem Sale eines großen Kaufhauses, brauchte ein die Form stabilisierendes Futter. Das hat sich gerade während der heißen Sommertage in Wien bewährt, denn das Kleid – obwohl wärmer als nötig- klebte nicht unangenehm auf der Haut.

Das Futter stabilisiert das Kleid und erhöht den Tragekomfort.

Insgesamt bin ich mit dem Schnittmuster sehr zufrieden: es waren kaum Anpassungen erforderlich, es sieht so aus, wie ich es mir erhofft hatte und die Anleitung war gut verständlich. Dieses Modell werde ich sicherlich noch einmal nähen.

 

 

 

 

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nicht ganz mit einer Klappe, aber doch nach dem selben Schnittmuster. (Dieser Post enthält Werbung, da ich die Quelle meines -gekauften- Schnittmusters nenne. )

Der Gatte schaut immer wieder nach neuen Krawatten und Fliegen, und zumindest bei letzteren wird dann über Eigenproduktion nachgedacht. Für diese Modelle habe ich den Schnitt der Hochzeitsfliege leicht abgewandelt: Länge und Breite blieben unverändert, die Enden sind jedoch „stumpf „.

Für diese Fliegen habe ich Krawattenstoff aus dem Bestand und das Hosenbein einer alten Jeans verwendet.

Eine Variante besteht beidseitig aus Krawattenstoff, die andere hat eine Jeansvorderseite.

Wegen des dicken Jeansstoffes konnte ich bei diesem Modell auf Vlieseline zur Verstärkung verzichten, das Wenden war jedoch recht mühsam.

Insgesamt finde ich viele Projekte in der weiten Nähbloggerwelt so inspirierend und anregend, daß ich mehr aus den vielen Stoffen und Resten im Bestand machen möchte. Ganz besonders interessant ist die Stoffdiät von Küstensocke mit ihren Teilnehmerinnen und deren vielfältigen Ideen.

Mit dem gemusterten Stoff habe ich vor einigen Jahren einen Schal für meinen Vater abgefüttert, wie immer vorsichtshalber viel zu viel davon gekauft. Langsam weiß ich, daß meistens zwei Meter für ein Kleid reichen, für einen Rock entsprechend weniger, und zweieinhalb Meter geben schon ein Kostüm.

Die Fliegen hängen auf der Puppe über dem PILVI-Kleid nach dem Schnittmuster von Named Clothing, das ich demnächst vorstellen möchte. Noch fehlen Knopflöcher und Saum.

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Dieser Beitrag enthält Werbung, da ich meine Bezugsquellen nenne.

Im Februar 2017 zeigte Burda einen schönen Leinenmantel, der direkt auf meiner Wunschliste landete. Nun ist ein schönes, schweres Leinen gar nicht so leicht zu finden, besonders, wenn es zum eigenen Farbschema passen soll, in dem Naturtöne eher selten auftauchen. Also habe ich die letzten fünf Meter meines bis dahin schier unerschöpflichen Jeansvorrates im Schlafzimmer ausgerollt und das Schnittmuster auf der rechten Seite – nicht im Stoffbruch – aufgelegt, um ein möglichst gleichmäßiges Bild zu erreichen. Wie schon früher erwähnt, gab es einige Fehler im Stoff, denen ich ausweichen musste. Zanderino hatte mir damals großzügig über einen Meter zusätzlich kostenfrei geliefert.

Die Rohfassung des Mantels

 

Von der Seitennaht wurden unter dem Ärmelansatz fast acht Zentimeter weggenommen.

 

Ursprünglich sieht das Schnittmuster nur einen Abnäher im Rücken vor.

 

Hätte ich das Modell wie geplant aus schwerem Leinen genäht, wäre ich wohl bei der lässigeren Weite geblieben. Aus dem Jeansstoff bekam der Mantel allerdings einen leicht militärische Anmutung, und das haben wir mit einer deutlicheren Taillierung und den orangefarbenen Steppturen betont. Gefüttert wurde mit einem dünnen Baumwollstoff von Swafing, den ich in der Nähkiste gekauft habe; in diesem Fall kostete der Futterstoff ausnahmsweise deutlich mehr als das Obermaterial. Dunkelblaue Viskose liegt noch im Schrank, aber der schöne Kontrast, wenn der Mantel offen getragen wird, macht mir Freude.

 

Der zusätzliche Abnäher spiegelt die Anordnung auf der Vorderseite.

 

Es war nicht ganz einfach, die ideale Position des Knopflochs zu bestimmen.

 

Das auffällige Futter korrespondiert mit den Farben von Ziersteppung und Knöpfen.

 

Das Revers wurde dunkelblau abgesteppt. Nur die Schultern sind betont.

 

Das Endergebnis – er ist schon klasse.

 

Mit dem Mantel bin ich sehr zufrieden, und wir planen eine winterliche Ausführung – die allerdings deutlich schlichter werden wird.

Auch diesmal musste ich lernen, dass wiederholtes Studium von Anleitung und Schnittmuster selbst gar nicht sorgfältig genug sein kann. In meiner Vorstellung lag der Ansatz der Taillenriegel in der Seitennaht und nicht zwischen mittlerem und seitlichen Rückenteil. Also habe ich äußerst sorgfältig rechts und links der beiden Nähte im Rückenteil insgesamt vier Ziernähte aufgesteppt, mit dem schweren Stoff kein leichtes Unterfangen, um dann festzustellen, dass die ganze Mühe vergebens war, wollte ich die Riegel „vernünftig“ anbringen. Das Auftrennen war nicht schön!

Die Ärmelriegel wurden ohne Verzug eingenäht.

Meine Nählehrerin machte mich noch auf den fehlenden Aufhänger aufmerksam – wir nähten dann einen aus Jeansresten.

Ich weiß, es ist nur eine Kleinigkeit und geübte Näherinnen denken vermutlich ohnehin immer daran, aber es wäre hilfreich, wenn in den Schnittmustern/Anleitungen auf die beste Position bzw. verschiedene Optionen von Aufhängern hingewiesen würde. Das gilt ganz besonders auch für unüblich konstruierte Kleider oder Röcke. Wenn wir lange Freude an einem Kleidungsstück haben möchten, gehört auch sorgfältige Pflege und Aufbewahrung dazu.

Jeansstoff von Stoffe Zanderino, Verbrauch knappe vier Meter in der Länge wegen der Unregelmäßigkeiten im Stoff, Futterstoff von Swafing aus Katjas Nähkiste, 2Meter fast vollständig verbraucht

Schnittmuster Burda 2-2017, Modell 103

Knöpfe und Garne aus Katjas Nähkiste in Bottrop

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Der fertige Beutel mit der Lederapplikation

Die große Tochter wünschte sich einen neuen Rucksack, um ihre Sportsachen auf dem Fahrrad mitzunehmen. Also war der erste Schritt, eine Tasche mit Trainingsschuhen, Trinkflasche und einer Frisbeescheibe zu füllen und das nötige Maß zu ermitteln. Aus dem immer noch reichlich vorhandenen Jeansstoff schnitt ich zwei Rechtecke von 55cm x 42cm zu und versäuberte sie mit der  Overlockmaschine.

Die Schnüre des Rucksacks sollten nicht durch Schlaufen geführt werden, weil das der Tochter zu anfällig fürs „Ausreißen “ erschien, sie bevorzugte Ösen.

Im Herbst wurden zwei Ledermöbel neu bezogen, und der Polsterer war so freundlich, mir das alte Leder zu überlassen. Aus dem dünneren Material der Klavierbank nähte ich zur Verstärkung zwei breite Streifen auf den Stoff und  ließ den Gatten das Einschlagen der Ösen übernehmen.

Dann wurden die Seitennähte und die untere Kante genäht, am oberen Ende des Jeansstoffes je ein circa 5cm breiter Tunnel umgeschlagen und abgesteppt und schließlich die Kordeln durchgezogen.

Mit Ösen und Baumwollkordel

Zwei Dinge haben mir bei diesem Projekt gut gefallen: die sinnvolle Verwendung der Lederreste und die Mühelosigkeit, mit der die Bernina durch zwei Lagen Leder plus Jeans nähte. In einem Podcast von Nahtzugabe5cm – leider erinnere ich mich nicht mehr an die Interviewpartnerin- wurde geraten, Leder nicht mit Leder-, sondern soliden normalen Nadeln zu verarbeiten, mit der Jeansnadel 100 von Schmetz hat das prima geklappt.

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Zum Galaball

Alle zwei Jahre lädt unsere Tanzschule Kursteilnehmer und Tanzkreisbesucher zum Galaball ein, ein großes Fest, das natürlich ein entsprechendes Erscheinungsbild, sprich: Abendkleid und -anzug verlangt. Der Gatte – schnell entschieden – würde sich wie zur Hochzeit in Moskau kleiden, mein gelbes Kleid jedoch kam nicht auf Bodenlänge.

Nach einiger Überlegung, „Wie oft trage ich ein bodenlanges Abendkleid?“ entschied ich mich für einen langen Rock aus dunkelblauer Seide und ein Oberteil aus fast weißem Satin. Den Rock konstruierten wir nach einem Modell, das ich vor einiger Zeit gesehen hatte, das Top entstand nach einem Burda-Schnittmuster aus dem Augustheft 2017.

Schnitt 106 war leicht zu nähen, die kastige Form gefiel mir gut. Um beim Tanz nicht allzu persönliche Einblicke zu gewähren, wurden die Seiten etwas verschmälert.

Der dicke Satin ist sehr steif,

 

 

Die Falte unten am Ärmel gibt ihm Form.

Um das Ganze etwas festlicher – und wintertauglicher – zu machen, haben wir aus blauen Pelzresten kleine Manschetten für die Handgelenke genäht. Ein Foto werde ich nachreichen.

Leider bin ich nicht ganz zufrieden mit dem Top: Ende November ist es so kalt, daß man etwas darunter tragen muss, was dann beim Tanzen immer wieder  im Ausschnitt sichtbar wurde. Das störte mich sehr, daher werde ich eine Variante mit engerem Halsausschnitt und einem Reißverschluss nähen. Aus einem kleinen Stoffladen in München habe ich interessante Verschlüsse mitgebracht, die sich eigneten.

Mitbringsel aus München

Dieses Modell bleibt für Sommertage – oder wird an die Töchter weitergereicht.

bodenlang, noch ungesäumt

Der Rock war relativ schnell genäht. Wichtig waren mir das hohe Bündchen, damit beim Tanzen bei erhobenem Arm die Taille bedeckt bliebe, und die großen Taschen in den Seitennähten. Das Rockfutter gibt der Seide mehr Stand- und während das Futter einfach mit „Einschlag- Umschlag “ gesäumt wurde, habe ich den Oberstoff vorsichtig per Hand angehext. Nach dem Ball mußten einige Stellen ausgebessert werden, im Gedränge gab es den ein oder anderen „Fehltritt“, trotzdem gefällt es mir so besser als ein durchgesteppter Saum.

Das Taillenbündchen ist gute sieben Zentimeter breit.

 

 

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Burda 116B aus dem Septemberheft 2017

Ein warmes Kleid aus Wollflannell im Fischgrätmuster

Wie schon im vorhergehenden Beitrag geschrieben, hat mich das Septemberheft 2017 von Burda zu vielen Projekten angeregt.

Dieses Kleid habe ich im Dezember genäht und bereits mehrmals getragen. Die Wolle wärmt angenehm, und mit dem kleinen Schlitz im rückwärtigen Rockteil eignet es sich auch zum Tanzen.

Meine bevorzugte Kleiderlänge benötigt einen Schlitz für die „Bequemlichkeit“.

 

Den Stoff habe ich vor längerer Zeit bei Stoffe.de gekauft, die beiden Bänder vorne habe ich allerdings nicht wie vorgesehen komplett aus dem Oberstoff genäht, sondern die Rückseite mit Seidenresten des Kummerbundes abgefüttert. Zum Einen wollte ich vermeiden, daß die Bänder zu voluminös werden, zum Anderen gibt das glänzende Blau, von dem nur ein „glimpse“ wahrzunehmen ist, eine deutlichere Betonung der Details. Außerdem  gleiten die Bänder leichter übereinander hinweg, wenn ich mich bewege, Wolle auf Wolle hemmt eher.

 

Die Bänder sind mit Seide unterfüttert.

Das Kleid ist komplett – einschließlich der Ärmel – abgefüttert. Die Ärmellänge begnügt sich mit etwas mehr als einer 3/4 Länge, an einem kalten Abend habe ich blaue Fellmanschetten dazu getragen, die für den Galaball angefertigt wurden.

Der Stoffverbrauch für dieses Modell lag bei ca. 1,70m. Der Schnitt war leicht und ohne große Anpassungen umzusetzen, lediglich an den Seiten wurde etwas weggenommen, die Schultern sind um ca. 1cm angehoben.

Eventuell werde ich dieses Schnittmuster noch einmal aus einem etwas glamouröseren Stoff nähen, ein „schnelles“ Kleid fürs Theater oder andere Anlässe.

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So viele Ideen, oder: das wunderbare Septemberheft 2017 von Burda

Im Moment habe ich viel mehr Ideen, als ich realistisch nähen kann. Halbfertig sind ein gelber Wollrock aus der besten Burda seit langer Zeit, dem Septemberheft 2017.

Burda 9-2017, Modell 114

Den wunderbar weichen Wollstoff habe ich im Frühjahr bei Arts in Fabrics in München gekauft, und nach dem Zuschnitt ergibt sich tatsächlich noch genug Stoff für eine passende Weste; zufälligerweise passt er genau zu einem alten Harris Tweed Blazer, den ich sicher schon zehn Jahre im Schrank habe.

Die große Falte im Vorderteil habe ich sorgfältig zugeheftet und nachdrücklichst gebügelt, hoffentlich behält sie die Form.

Türkise Heftfäden halten die Falte zusammen.

Dann hängt das rote Kleid nach dem Makerist-Kurs von Inge Szoltysik-Sparrer auf dem Bügel und wartet aufs Abstecken:

Etui-Kleid von Inge Szoltysik-Sparrer,

Der Viskose-Crepe von Ticino ist recht empfindlich,

 

die gängigen Stecknadeln sind zu grob, so daß ich auf ganz feine zurückgreifen musste, auch ein Mitbringsel aus München, diesmal aus dem Nähladen von Ludwig Beck.

Ebenfalls aus der September-Burda Kleid 116B, das auch als Einzelschnitt den Ausgaben im Handel beigelegt war. Auf telefonische Anfrage habe ich als Abonnentin den Schnitt zugeschickt bekommen.

Es wäre wirklich schön, wenn Burda wie so viele englische Nähmagazine regelmäßig Einzelschnitte dabei hätte, vielleicht auch in Kooperation mit Simplicity oder anderen Labels; man könnte ohne großen Aufwand etwas anderes kennenlernen und ausprobieren. Mir ist schon klar, daß man sich nicht unbedingt Konkurrenz ins Haus holen möchte, trotzdem könnte manche Zusammenarbeit für beide Seiten fruchtbar sein – und da Burda international vertreten ist, könnte auch die deutsche Ausgabe von grenzüberschreitender Zusammenarbeit profitieren.

116 B nähe ich aus einem blau-schwarzen Fischgrätflanell, 65% Wolle, 35% Polyester. Mittlerweile ist es zugeschnitten; anstatt die Bänder beidseitig aus dem Flanell zu nähen, habe ich mich für die Rückseite aus Seidenresten vom Ballrock entschieden. Damit werden sie nicht so dick und bleiben bei Bewegung nicht auf dem Wollstoff haften.

Die Retrojacke 119B aus dem selben Heft möchte ich aus einem schwarzen Plüschstoff nähen, den ich vor Jahren auf einem Handmade-Markt in Bochum an einem Alfatexstand gefunden habe. Ursprünglich sollte er eine Neuauflage eines kindlichen Lieblingspullovers werden….. für die Jacke ist er ideal. Weil ich mich manchmal mit den übervollen Schnittmusterdrucken im Heft schwer tue, habe ich den Schnitt gekauft und bereits zusammengeklebt. Fürs Ausdrucken benutze ich gerne buntes Papier, das immer mal wieder beim Discounter zu bekommen ist. Die unterschiedlichen Farben helfen mir, die Schnittmuster leichter zu unterscheiden.

Den Schnitt für das Retromodell 122 habe ich kopiert, kann mich aber noch nicht zwischen drei Stoffen entscheiden:

dunkelblauer Wollcrepe von sew-la-di-da-vintage in Lyme Regis, dunkelblauer Satinstretch aus Baumwolle vermutlich von stoffe.de oder weißer Satinstretch aus Baumwolle von irgendwo, damit wäre es schon eher ein Kleid für den Frühling.

Die Liste ist lang, und ich hoffe, heute zumindest den Rock fertigzustellen und das Flanellk

leid zur Anprobe vorzubereiten.

…..und dann habe ich am Black Friday meinen Traumschnitt bei Decades of Style gekauft,

#5007 1950s Object d'Art Dress

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Dieses Jahr bot einige Überraschungen für unsere Familie, als wichtiges Ereignis stand im Wesentlichen die Master-Feier/das Commencement in New Haven auf dem Plan. Das Kostüm dafür habe ich bereits beschrieben, hier ist es endlich vollständig zu sehen:

Mein erstes Kostüm nach Vogue 7975

Mit den Häkchen gefiel mir die Jacke besser als mit Knöpfen.

Und dann heiratete der Sohn, und wir bekamen eine ganz wunderbare Schwiegertochter. Die Hochzeit fand in Moskau statt und war das allerschönste Fest. Die Familie der Braut nahm uns überaus herzlich auf, wir lernten so viele freundliche Menschen kennen und  unsere Familie vergrößerte sich. Der Gatte spricht russisch, das erleichterte alles, Englisch konnte nur begrenzt helfen.

Und natürlich musste das Outfit stimmen. Lange war die Kleiderlänge ungeklärt, bei Breuninger in Düsseldorf gab es ein sehr schönes langes Kleid, leider ärmellos, die angebotenen Farben und Modelle in den anderen Geschäften gefielen nicht, schließlich sollte es selbst genäht werden. Vogue 2903 ist eigentlich gar nicht so schwierig, wenn man einmal verstanden hat, wie die Anleitung gemeint ist; ein amerikanisches Tutorial löste die Probleme.

Vogue 2903 aus Seidenjaquard von Valentino

Der Rock schwingt schön weit beim Tanzen.

Bevor der Seidenstoff angeschnitten wurde, haben wir ein Probemodell aus alten Laken gemacht, etwas mehr Arbeit, aber lohnenswert, denn jetzt habe ich für ein weiteres Modell nach diesem Schnitt ein passgenaues Muster, das vor dem Zuschneiden nochmal anprobiert werden kann. Die Seide von  Haute Couture Stoffe Möller in Düsseldorf ließ sich gut verarbeiten; tatsächlich kam es während der Feier noch zu einem Rotweinunfall, der aber keine dauerhaften Spuren hinterließ.

Fliege und Kummerbund aus blauer Seide für den Gatten, Schuhschleifen für die jüngste Tochter

Fliege und Kummerbund für den Gatten

 

Auch ohne Sakko kann sich der Kummerbund sehen lassen.

 

 

Die Fliege nach dem Grundschnitt von Sammelsurium

Neue Schleifen aus breitem Satinband

 

Das Kleid war mit Abstand die aufwendigste Näharbeit für die Hochzeit, trotzdem hat die Suche nach der idealen Festtagskleidung für den Gatten fast mehr Zeit gebraucht. Welchen Schnitt und welche Dicke die ideale Fliege haben könnte, wie der Kummerbund am Besten geschlossen wird…..vor den Schaufenstern englischer Herrenausstatter kann man lange staunen. Die Fliege bindet der Herr selbst, und dank der oben verlinkten Anleitung von Sammelsurium kann sie maßgenau angefertigt werden. Zwei Probestücke gingen der Seidenfliege voraus bis die ideale Länge und Breite klar waren, eins der Probestücke aus einem rosa Plastiksatin wird sogar hin und wieder getragen. Mir hätte ein Modell aus der gelben Seide zu dieser Gelegenheit gefallen, aber ein gelber Kummerbund wäre des Guten zuviel gewesen.

Mit dem Kummerbund bin ich wirklich sehr zufrieden, denn er kann sich auch ohne Jackett sehen lassen. Dazu habe ich den Burdaschnitt 3403 abgewandelt: das Vorderteil mit den Falten stammt aus dem Schnittmuster, dann habe ich aus der Seide einen Tunnel genäht und über ein sechs cm breites schwarzes Gummiband gezogen, das bereits an einer Seite des Vorderteils mitgefasst war. Der Gesamtumfang entspricht der Taillenweite, da der Tunnel aber nur über das Gummiband gezogen, nicht jedoch vernäht wird, ist die Beweglichkeit gesichert und es wird auch an einem sehr langen Abend mit Tanz nicht unbequem.

Die Satinschleifen für die Tochter waren ein Notbehelf, das Kind lebt zur Zeit auf Haiti, und ihre Lackschuhe waren nicht klimakompatibel, eine Schleife ging verloren. Von England aus bestellte ich dickes, breites Satinband, das mich dann zuhause erwartete und entsprechend der verbliebenen Schleife verarbeitet wurde. Den Lieferanten muss ich noch einmal heraussuchen, das Band war von hervorragender Qualität und gar nicht teuer. In Moskau wurden die neuen Schleifen dann mittels Sekundenkleber appliziert.

Stoffverbrauch für das Kleid: 4m Seidenjaquard, 2,5m Futterstoff

Stoffverbrauch für Fliege und Kummerbund: 0,6m Seide, mittlerweile habe ich aus den Resten noch eine weitere Fliege mit anderen Enden genäht

 

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