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So viele Ideen, oder: das wunderbare Septemberheft 2017 von Burda

Im Moment habe ich viel mehr Ideen, als ich realistisch nähen kann. Halbfertig sind ein gelber Wollrock aus der besten Burda seit langer Zeit, dem Septemberheft 2017.

Burda 9-2017, Modell 114

Den wunderbar weichen Wollstoff habe ich im Frühjahr bei Arts in Fabrics in München gekauft, und nach dem Zuschnitt ergibt sich tatsächlich noch genug Stoff für eine passende Weste; zufälligerweise passt er genau zu einem alten Harris Tweed Blazer, den ich sicher schon zehn Jahre im Schrank habe.

Die große Falte im Vorderteil habe ich sorgfältig zugeheftet und nachdrücklichst gebügelt, hoffentlich behält sie die Form.

Türkise Heftfäden halten die Falte zusammen.

Dann hängt das rote Kleid nach dem Makerist-Kurs von Inge Szoltysik-Sparrer auf dem Bügel und wartet aufs Abstecken:

Etui-Kleid von Inge Szoltysik-Sparrer,

Der Viskose-Crepe von Ticino ist recht empfindlich,

 

die gängigen Stecknadeln sind zu grob, so daß ich auf ganz feine zurückgreifen musste, auch ein Mitbringsel aus München, diesmal aus dem Nähladen von Ludwig Beck.

Ebenfalls aus der September-Burda Kleid 116B, das auch als Einzelschnitt den Ausgaben im Handel beigelegt war. Auf telefonische Anfrage habe ich als Abonnentin den Schnitt zugeschickt bekommen.

Es wäre wirklich schön, wenn Burda wie so viele englische Nähmagazine regelmäßig Einzelschnitte dabei hätte, vielleicht auch in Kooperation mit Simplicity oder anderen Labels; man könnte ohne großen Aufwand etwas anderes kennenlernen und ausprobieren. Mir ist schon klar, daß man sich nicht unbedingt Konkurrenz ins Haus holen möchte, trotzdem könnte manche Zusammenarbeit für beide Seiten fruchtbar sein – und da Burda international vertreten ist, könnte auch die deutsche Ausgabe von grenzüberschreitender Zusammenarbeit profitieren.

116 B nähe ich aus einem blau-schwarzen Fischgrätflanell, 65% Wolle, 35% Polyester. Mittlerweile ist es zugeschnitten; anstatt die Bänder beidseitig aus dem Flanell zu nähen, habe ich mich für die Rückseite aus Seidenresten vom Ballrock entschieden. Damit werden sie nicht so dick und bleiben bei Bewegung nicht auf dem Wollstoff haften.

Die Retrojacke 119B aus dem selben Heft möchte ich aus einem schwarzen Plüschstoff nähen, den ich vor Jahren auf einem Handmade-Markt in Bochum an einem Alfatexstand gefunden habe. Ursprünglich sollte er eine Neuauflage eines kindlichen Lieblingspullovers werden….. für die Jacke ist er ideal. Weil ich mich manchmal mit den übervollen Schnittmusterdrucken im Heft schwer tue, habe ich den Schnitt gekauft und bereits zusammengeklebt. Fürs Ausdrucken benutze ich gerne buntes Papier, das immer mal wieder beim Discounter zu bekommen ist. Die unterschiedlichen Farben helfen mir, die Schnittmuster leichter zu unterscheiden.

Den Schnitt für das Retromodell 122 habe ich kopiert, kann mich aber noch nicht zwischen drei Stoffen entscheiden:

dunkelblauer Wollcrepe von sew-la-di-da-vintage in Lyme Regis, dunkelblauer Satinstretch aus Baumwolle vermutlich von stoffe.de oder weißer Satinstretch aus Baumwolle von irgendwo, damit wäre es schon eher ein Kleid für den Frühling.

Die Liste ist lang, und ich hoffe, heute zumindest den Rock fertigzustellen und das Flanellk

leid zur Anprobe vorzubereiten.

…..und dann habe ich am Black Friday meinen Traumschnitt bei Decades of Style gekauft,

#5007 1950s Object d'Art Dress

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The Blandford Fashion Museum

Aufmerksam geworden sind wir durch einen Flyer in der Tourist Information in Bridport, als wir Karten für die Modenschau „Fashion on ration“ kauften; und an einem verregneten Ferientag haben wir es besucht.

Das kleine Museum liegt zentral in Blandford-Forum in Dorset und zeigt Mode vom frühen 18.Jahrhundert bis in die Gegenwart. Entstanden ist es aus der privaten Sammlung von Mrs. Betty Penny MBE und wird ausschließlich ehrenamtlich betrieben, wie es in England so oft der Fall ist. Zehn Räume eines ursprünglich privaten Hauses präsentieren hauptsächlich Frauenkleider, in geringerem Maße auch Männer-und Kinderbekleidung. Manches ist thematisch angeordnet ( Cocktailparty, Kleidung in Kriegszeiten, Braut und Bräutigam ) und die Räume sind entsprechend der Zeit dekoriert. Anders als im Victoria&Albert-Museum, dessen Ausstellungen immer einen Besuch wert sind!, wird gerade durch die räumliche Enge die Wirkung der Kleidung unmittelbar erfahrbar. Ausladende Röcke oder schmal, weil sparsam geschnittene Kostüme in einer alltäglichen Umgebung regen mich eher zum Nachdenken darüber an, wie sich die Menschen darin gefühlt haben mögen, welchen Wert die Herstellung für sie hatte, wie umfangreich ihr Besitz war im Vergleich zu unseren meist übervollen Kleiderschränken.

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Im Museum werden alte Knöpfe von gespendeten Kleidungsstücken verkauft. Mit etwas Glück kann man welche aus ganz verschiedenen Epochen finden.

Im Dorset Craft Room wird die Knopfherstellung der Dorset Buttons in Heimarbeit gezeigt, tatsächlich bietet Prym sie als Creativ-Knöpfe zum Selbermachen auch bei uns an. Dabei handelte es sich um feste Rahmen aus Horn oder Blech, die mit Garn fein umhäkelt wurden, eine Arbeit, die auch Kinder schon ausüben konnten.

Betreut wurde die Ausstellung bei unserem zweistündigen Besuch von zwei sehr hilfsbereiten und auskunftsfreudigen Damen, im Tearoom wurde selbst gebackener Kuchen angeboten, und es gab eine kleine Auswahl an Büchern und Mitbringseln zu kaufen. Wer also die Ferien in Dorset verbringt und sich für Mode oder Sozialgeschichte interessiert, sollte sich dieses kleine, aber feine Museum nicht entgehen lassen.

Zur Website des Museums

 

 

 

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