Gestrickt

Missoni-Inspiration

Es ist fast zwei Jahre her, dass ich im Londoner Fashion Museum eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses Missoni besucht habe. Manche Modelle gefielen mir sehr gut, obwohl ich gerade wegen der Buntheit und des Zickzackmusters, das mir immer irgendwie altmodisch erschien, Vorbehalte gegenüber Missoni hatte. Vor einigen Jahren hatte ich in Mailand und Florenz einige „diskretere“ Kleidungsstücke gesehen, aber für mich persönlich konnte ich mir so etwas nicht vorstellen.

Bis ich im letzten Winter auf einem Blog einen wirklich schönen Schal entdeckte, der mir in Kombination mit meinen Jeanskleidern eine gute Ergänzung schien. Das Strickmuster findet man kostenlos bei Ravelry, und es ist leicht nachzuarbeiten.

Der Schal ist aus zwei verschiedenen Verlaufsgarnen gestrickt.

Obwohl die Garne abwechselnd verarbeitet wurden, ist ein Teil gedämpfter in den Farben.

Die Kanten wurden als Kettrand gestrickt.

Insgesamt habe ich je zwei Knäuel Mille Colori Baby von Lang Yarns verbraucht mit einer Lauflänge von 190m/50g in den Farben 0056 und 0151. Es gab weder Knötchen noch andere Fehler, das Garn ließ sich wirklich gut verstricken.

 

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Turnbeutel

 

Der fertige Beutel mit der Lederapplikation

Die große Tochter wünschte sich einen neuen Rucksack, um ihre Sportsachen auf dem Fahrrad mitzunehmen. Also war der erste Schritt, eine Tasche mit Trainingsschuhen, Trinkflasche und einer Frisbeescheibe zu füllen und das nötige Maß zu ermitteln. Aus dem immer noch reichlich vorhandenen Jeansstoff schnitt ich zwei Rechtecke von 55cm x 42cm zu und versäuberte sie mit der  Overlockmaschine.

Die Schnüre des Rucksacks sollten nicht durch Schlaufen geführt werden, weil das der Tochter zu anfällig fürs „Ausreißen “ erschien, sie bevorzugte Ösen.

Im Herbst wurden zwei Ledermöbel neu bezogen, und der Polsterer war so freundlich, mir das alte Leder zu überlassen. Aus dem dünneren Material der Klavierbank nähte ich zur Verstärkung zwei breite Streifen auf den Stoff und  ließ den Gatten das Einschlagen der Ösen übernehmen.

Dann wurden die Seitennähte und die untere Kante genäht, am oberen Ende des Jeansstoffes je ein circa 5cm breiter Tunnel umgeschlagen und abgesteppt und schließlich die Kordeln durchgezogen.

Mit Ösen und Baumwollkordel

Zwei Dinge haben mir bei diesem Projekt gut gefallen: die sinnvolle Verwendung der Lederreste und die Mühelosigkeit, mit der die Bernina durch zwei Lagen Leder plus Jeans nähte. In einem Podcast von Nahtzugabe5cm – leider erinnere ich mich nicht mehr an die Interviewpartnerin- wurde geraten,Leder nicht mit Leder-, sondern soliden normalen Nadeln zu verarbeiten, mit der Jeansnadel 100 von Schmetz hat das prima geklappt.

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Zum Galaball

Alle zwei Jahre lädt unsere Tanzschule Kursteilnehmer und Tanzkreisbesucher zum Galaball ein, ein großes Fest, das natürlich ein entsprechendes Erscheinungsbild, sprich: Abendkleid und -anzug verlangt. Der Gatte – schnell entschieden – würde sich wie zur Hochzeit in Moskau kleiden, mein gelbes Kleid jedoch kam nicht auf Bodenlänge.

Nach einiger Überlegung, „Wie oft trage ich ein bodenlanges Abendkleid?“ entschied ich mich für einen langen Rock aus dunkelblauer Seide und ein Oberteil aus fast weißem Satin. Den Rock konstruierten wir nach einem Modell, das ich vor einiger Zeit gesehen hatte, das Top entstand nach einem Burda-Schnittmuster aus dem Augustheft 2017.

Schnitt 106 war leicht zu nähen, die kastige Form gefiel mir gut. Um beim Tanz nicht allzu persönliche Einblicke zu gewähren, wurden die Seiten etwas verschmälert.

Der dicke Satin ist sehr steif,

 

 

Die Falte unten am Ärmel gibt ihm Form.

Um das Ganze etwas festlicher – und wintertauglicher – zu machen, haben wir aus blauen Pelzresten kleine Manschetten für die Handgelenke genäht. Ein Foto werde ich nachreichen.

Leider bin ich nicht ganz zufrieden mit dem Top: Ende November ist es so kalt, daß man etwas darunter tragen muss, was dann beim Tanzen immer wieder  im Ausschnitt sichtbar wurde. Das störte mich sehr, daher werde ich eine Variante mit engerem Halsausschnitt und einem Reißverschluss nähen. Aus einem kleinen Stoffladen in München habe ich interessante Verschlüsse mitgebracht, die sich eigneten.

Mitbringsel aus München

Dieses Modell bleibt für Sommertage – oder wird an die Töchter weitergereicht.

bodenlang, noch ungesäumt

Der Rock war relativ schnell genäht. Wichtig waren mir das hohe Bündchen, damit beim Tanzen bei erhobenem Arm die Taille bedeckt bliebe, und die großen Taschen in den Seitennähten. Das Rockfutter gibt der Seide mehr Stand- und während das Futter einfach mit „Einschlag- Umschlag “ gesäumt wurde, habe ich den Oberstoff vorsichtig per Hand angehext. Nach dem Ball mußten einige Stellen ausgebessert werden, im Gedränge gab es den ein oder anderen „Fehltritt“, trotzdem gefällt es mir so besser als ein durchgesteppter Saum.

Das Taillenbündchen ist gute sieben Zentimeter breit.

 

 

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Burda 116B aus dem Septemberheft 2017

Ein warmes Kleid aus Wollflannell im Fischgrätmuster

Wie schon im vorhergehenden Beitrag geschrieben, hat mich das Septemberheft 2017 von Burda zu vielen Projekten angeregt.

Dieses Kleid habe ich im Dezember genäht und bereits mehrmals getragen. Die Wolle wärmt angenehm, und mit dem kleinen Schlitz im rückwärtigen Rockteil eignet es sich auch zum Tanzen.

Meine bevorzugte Kleiderlänge benötigt einen Schlitz für die „Bequemlichkeit“.

 

Den Stoff habe ich vor längerer Zeit bei Stoffe.de gekauft, die beiden Bänder vorne habe ich allerdings nicht wie vorgesehen komplett aus dem Oberstoff genäht, sondern die Rückseite mit Seidenresten des Kummerbundes abgefüttert. Zum Einen wollte ich vermeiden, daß die Bänder zu voluminös werden, zum Anderen gibt das glänzende Blau, von dem nur ein „glimpse“ wahrzunehmen ist, eine deutlichere Betonung der Details. Außerdem  gleiten die Bänder leichter übereinander hinweg, wenn ich mich bewege, Wolle auf Wolle hemmt eher.

 

Die Bänder sind mit Seide unterfüttert.

Das Kleid ist komplett – einschließlich der Ärmel – abgefüttert. Die Ärmellänge begnügt sich mit etwas mehr als einer 3/4 Länge, an einem kalten Abend habe ich blaue Fellmanschetten dazu getragen, die für den Galaball angefertigt wurden.

Der Stoffverbrauch für dieses Modell lag bei ca. 1,70m. Der Schnitt war leicht und ohne große Anpassungen umzusetzen, lediglich an den Seiten wurde etwas weggenommen, die Schultern sind um ca. 1cm angehoben.

Eventuell werde ich dieses Schnittmuster noch einmal aus einem etwas glamouröseren Stoff nähen, ein „schnelles“ Kleid fürs Theater oder andere Anlässe.

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So viele Ideen, oder: das wunderbare Septemberheft 2017 von Burda

Im Moment habe ich viel mehr Ideen, als ich realistisch nähen kann. Halbfertig sind ein gelber Wollrock aus der besten Burda seit langer Zeit, dem Septemberheft 2017.

Burda 9-2017, Modell 114

Den wunderbar weichen Wollstoff habe ich im Frühjahr bei Arts in Fabrics in München gekauft, und nach dem Zuschnitt ergibt sich tatsächlich noch genug Stoff für eine passende Weste; zufälligerweise passt er genau zu einem alten Harris Tweed Blazer, den ich sicher schon zehn Jahre im Schrank habe.

Die große Falte im Vorderteil habe ich sorgfältig zugeheftet und nachdrücklichst gebügelt, hoffentlich behält sie die Form.

Türkise Heftfäden halten die Falte zusammen.

Dann hängt das rote Kleid nach dem Makerist-Kurs von Inge Szoltysik-Sparrer auf dem Bügel und wartet aufs Abstecken:

Etui-Kleid von Inge Szoltysik-Sparrer,

Der Viskose-Crepe von Ticino ist recht empfindlich,

 

die gängigen Stecknadeln sind zu grob, so daß ich auf ganz feine zurückgreifen musste, auch ein Mitbringsel aus München, diesmal aus dem Nähladen von Ludwig Beck.

Ebenfalls aus der September-Burda Kleid 116B, das auch als Einzelschnitt den Ausgaben im Handel beigelegt war. Auf telefonische Anfrage habe ich als Abonnentin den Schnitt zugeschickt bekommen.

Es wäre wirklich schön, wenn Burda wie so viele englische Nähmagazine regelmäßig Einzelschnitte dabei hätte, vielleicht auch in Kooperation mit Simplicity oder anderen Labels; man könnte ohne großen Aufwand etwas anderes kennenlernen und ausprobieren. Mir ist schon klar, daß man sich nicht unbedingt Konkurrenz ins Haus holen möchte, trotzdem könnte manche Zusammenarbeit für beide Seiten fruchtbar sein – und da Burda international vertreten ist, könnte auch die deutsche Ausgabe von grenzüberschreitender Zusammenarbeit profitieren.

116 B nähe ich aus einem blau-schwarzen Fischgrätflanell, 65% Wolle, 35% Polyester. Mittlerweile ist es zugeschnitten; anstatt die Bänder beidseitig aus dem Flanell zu nähen, habe ich mich für die Rückseite aus Seidenresten vom Ballrock entschieden. Damit werden sie nicht so dick und bleiben bei Bewegung nicht auf dem Wollstoff haften.

Die Retrojacke 119B aus dem selben Heft möchte ich aus einem schwarzen Plüschstoff nähen, den ich vor Jahren auf einem Handmade-Markt in Bochum an einem Alfatexstand gefunden habe. Ursprünglich sollte er eine Neuauflage eines kindlichen Lieblingspullovers werden….. für die Jacke ist er ideal. Weil ich mich manchmal mit den übervollen Schnittmusterdrucken im Heft schwer tue, habe ich den Schnitt gekauft und bereits zusammengeklebt. Fürs Ausdrucken benutze ich gerne buntes Papier, das immer mal wieder beim Discounter zu bekommen ist. Die unterschiedlichen Farben helfen mir, die Schnittmuster leichter zu unterscheiden.

Den Schnitt für das Retromodell 122 habe ich kopiert, kann mich aber noch nicht zwischen drei Stoffen entscheiden:

dunkelblauer Wollcrepe von sew-la-di-da-vintage in Lyme Regis, dunkelblauer Satinstretch aus Baumwolle vermutlich von stoffe.de oder weißer Satinstretch aus Baumwolle von irgendwo, damit wäre es schon eher ein Kleid für den Frühling.

Die Liste ist lang, und ich hoffe, heute zumindest den Rock fertigzustellen und das Flanellk

leid zur Anprobe vorzubereiten.

…..und dann habe ich am Black Friday meinen Traumschnitt bei Decades of Style gekauft,

#5007 1950s Object d'Art Dress

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Hochzeit feiern

 

 

Dieses Jahr bot einige Überraschungen für unsere Familie, als wichtiges Ereignis stand im Wesentlichen die Master-Feier/das Commencement in New Haven auf dem Plan. Das Kostüm dafür habe ich bereits beschrieben, hier ist es endlich vollständig zu sehen:

Mein erstes Kostüm nach Vogue 2903

Mit den Häkchen gefiel mir die Jacke besser als mit Knöpfen.

Und dann heiratete der Sohn, und wir bekamen eine ganz wunderbare Schwiegertochter. Die Hochzeit fand in Moskau statt und war das allerschönste Fest. Die Familie der Braut nahm uns überaus herzlich auf, wir lernten so viele freundliche Menschen kennen und  unsere Familie vergrößerte sich. Der Gatte spricht russisch, das erleichterte alles, Englisch konnte nur begrenzt helfen.

Und natürlich musste das Outfit stimmen. Lange war die Kleiderlänge ungeklärt, bei Breuninger in Düsseldorf gab es ein sehr schönes langes Kleid, leider ärmellos, die angebotenen Farben und Modelle in den anderen Geschäften gefielen nicht, schließlich sollte es selbst genäht werden. Vogue 2903 ist eigentlich gar nicht so schwierig, wenn man einmal verstanden hat, wie die Anleitung gemeint ist; ein amerikanisches Tutorial löste die Probleme.

Vogue 2903 aus Seidenjaquard von Valentino

Der Rock schwingt schön weit beim Tanzen.

Bevor der Seidenstoff angeschnitten wurde, haben wir ein Probemodell aus alten Laken gemacht, etwas mehr Arbeit, aber lohnenswert, denn jetzt habe ich für ein weiteres Modell nach diesem Schnitt ein passgenaues Muster, das vor dem Zuschneiden nochmal anprobiert werden kann. Die Seide von  Haute Couture Stoffe Möller in Düsseldorf ließ sich gut verarbeiten; tatsächlich kam es während der Feier noch zu einem Rotweinunfall, der aber keine dauerhaften Spuren hinterließ.

Fliege und Kummerbund aus blauer Seide für den Gatten, Schuhschleifen für die jüngste Tochter

Fliege und Kummerbund für den Gatten

 

Auch ohne Sakko kann sich der Kummerbund sehen lassen.

 

 

Die Fliege nach dem Grundschnitt von Sammelsurium

Neue Schleifen aus breitem Satinband

 

Das Kleid war mit Abstand die aufwendigste Näharbeit für die Hochzeit, trotzdem hat die Suche nach der idealen Festtagskleidung für den Gatten fast mehr Zeit gebraucht. Welchen Schnitt und welche Dicke die ideale Fliege haben könnte, wie der Kummerbund am Besten geschlossen wird…..vor den Schaufenstern englischer Herrenausstatter kann man lange staunen. Die Fliege bindet der Herr selbst, und dank der oben verlinkten Anleitung von Sammelsurium kann sie maßgenau angefertigt werden. Zwei Probestücke gingen der Seidenfliege voraus bis die ideale Länge und Breite klar waren, eins der Probestücke aus einem rosa Plastiksatin wird sogar hin und wieder getragen. Mir hätte ein Modell aus der gelben Seide zu dieser Gelegenheit gefallen, aber ein gelber Kummerbund wäre des Guten zuviel gewesen.

Mit dem Kummerbund bin ich wirklich sehr zufrieden, denn er kann sich auch ohne Jackett sehen lassen. Dazu habe ich den Burdaschnitt 3403 abgewandelt: das Vorderteil mit den Falten stammt aus dem Schnittmuster, dann habe ich aus der Seide einen Tunnel genäht und über ein sechs cm breites schwarzes Gummiband gezogen, das bereits an einer Seite des Vorderteils mitgefasst war. Der Gesamtumfang entspricht der Taillenweite, da der Tunnel aber nur über das Gummiband gezogen, nicht jedoch vernäht wird, ist die Beweglichkeit gesichert und es wird auch an einem sehr langen Abend mit Tanz nicht unbequem.

Die Satinschleifen für die Tochter waren ein Notbehelf, das Kind lebt zur Zeit auf Haiti, und ihre Lackschuhe waren nicht klimakompatibel, eine Schleife ging verloren. Von England aus bestellte ich dickes, breites Satinband, das mich dann zuhause erwartete und entsprechend der verbliebenen Schleife verarbeitet wurde. Den Lieferanten muss ich noch einmal heraussuchen, das Band war von hervorragender Qualität und gar nicht teuer. In Moskau wurden die neuen Schleifen dann mittels Sekundenkleber appliziert.

Stoffverbrauch für das Kleid: 4m Seidenjaquard, 2,5m Futterstoff

Stoffverbrauch für Fliege und Kummerbund: 0,6m Seide, mittlerweile habe ich aus den Resten noch eine weitere Fliege mit anderen Enden genäht

 

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Bluse im ASIA-Stil

Die jüngste Tochter hat einige Zeit in Taiwan studiert und mir von dort diesen wunderbaren Stoff mitgebracht.

Das Schnittmuster ist ein Einzelschnitt von Burda

Es handelt sich vermutlich um eine bedruckte Baumwolle, die Abseite erinnert an die Kittelschürzen der sechziger Jahre, und die goldene Farbe hat die Wäschen bisher gut überstanden. Das hatte mir Sorgen gemacht, weil ich auf dem Oberhausener Stoffmarkt von Kiseki einen ebenfalls teils golden bedruckten Stoff gekauft hatte, und man mich sofort informierte, daß davon nach der Wäsche nichts übrig sein würde.

Burda sieht entlang der Paspel Knöpfe und Schlaufen vor, ich habe mich für einen nahtfeinen Reißverschluß im Rücken entschieden. Das ist etwas umständlicher beim Anziehen, aber so ist die Front ruhiger und es könnte noch eine Brosche getragen werden. Eventuell werde ich aus dem noch unverarbeiteten, deutlich größer gemusterten Stoff von Kiseki ein zweites Modell nähen und die Knopflösung ausprobieren.

Mit der Passform des Modells hatte ich wie schon bei der Libertybluse meine Schwierigkeiten, die Taillenabnäher mussten sehr hoch gezogen werden. In diesem Fall gab es kein Probemodell, ansonsten hätte ich im Vorhinein vielleicht genauer zuschneiden können.

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Das erste Kostüm inspiriert von CHANEL

Zu Weihnachten 2016 haben die Kinder mir 3m wunderbaren cremeweißen Boucle´von LintonTweed geschenkt, aus dem ein Kostüm werden sollte.

Der Stoff wurde flächig mit Gewebeeinlage bebügelt, um ihn zu stabilisieren.

Mein Plan war es, die Jacke nach Claire Shaeffers Vogueschnitt 8804 zu nähen, und ich hatte zusätzlich noch ein Probestück nach V7975 angefertigt, das zusammen mit einem Craftsykurs ins Haus gekommen war. Beide Schnittmuster mussten angepasst werden, aber V7975 saß deutlich besser und auch wegen des zunehmenden Termindrucks, das Kostüm sollte zur Graduation der Jüngsten in New Haven getragen werden, entschied ich mich gegen das Modell von Claire Shaeffer. Es ist aber weiterhin ganz oben auf der Nähwunschliste, ich hoffe jetzt auf den Herbst, wenn die übrigen Anlasskleider fertig sein werden. V7975 wird nicht gequiltet, aber das würde ich beim nächsten Mal anders machen um mehr Stabilität zu erreichen.

Das Futter hat eine kleine Bewegungsfalte am Beleg eingelegt.

 

Auf Empfehlung von Frau Weiner, meiner Nählehrerin, wurden die Belege der Vorderteile direkt mit angeschnitten, um eine schärfere Kante zu bekommen. Das Futter erhielt neben der großen Bewegungsfalte im Rücken beidseitig in Brusthöhe ein kleines Fältchen eingelegt.

Noch ganz schlicht ohne Borte vor der ersten richtigen Anprobe.

Bis hierhin lief es plangemäß, dann entdeckte ich einen schwarzen! Flugfaden mitten auf dem linken Vorderteil, der sehr geduldig mit feiner Nadel und Pinzette entfernt werden mußte. Und bei der Anprobe stellten wir fest, daß die Jacke mittlerweile zu weit war und nochmal geändert werden mußte.

In die Ärmel ist ein kleiner Schlitz eingearbeitet.

 

Nachdem die Jacke soweit war, taten sich einige Fragen auf: Welche Knöpfe passten dazu, wo gibt es eine chanelige Borte, wie nähe ich die Knopflöcher, wieviele Taschen müssen sein. Auf der Suche nach den richtigen Knöpfen war ich auf zwei Stoffmärkten und in vielen Geschäften, gefunden habe ich sie in Anettes Nähkiste in Bottrop.

Die letzten acht Rosenknöpfe aus der Nähkiste.

Auch diese Knöpfe von Wächtershäuser in Frankfurt standen zur Auswahl.

 

Hier sieht man schon die Borte, die ich auf dem holländischen Stoffmarkt in Oberhausen gefunden habe. Dort gab es auch eine pinke Variante, die ich an einem Rock aus dem Reststoff meines ersten Jägerkleides anbringen möchte.

Keine Knöpfe auf den Ärmeln

Fast fertig, die Taschen fehlen noch.

 

Wir haben die Jacke schließlich knopflos belassen, weil sie so schlicht einfach am Schönsten war. Vorher habe ich etliche Musterknopflöcher von Hand genäht, ohne Borte, durch die Borte, aber dadurch wurde das Modell (mir) zu unruhig, und obwohl ich viel Zeit mit der Suche vertan habe, ist es so besser. Ergänzen muß ich noch, daß die Jacke Schulterpolster bekam, ebenfalls aus der Nähkiste (s.o.). Nachdem wir erste Fotos gemacht hatten, um die richtige Verschlußlösung zu finden, war gut zu erkennen, daß meine Schultern ein wenig schief sind. Mit zwei unterschiedlich dicken Polstern wurde die Schulterpartie „auf Linie“ gebracht.

Der Rock dazu ist ein schlichter Etuirock, relativ lang, und hoffentlich kann ich in den nächsten Tagen Bilder dazu nachreichen.

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Das erste „Jägerkleid“

Mein Jeanskleid, das ich bereits vorgestellt habe, war schon die zweite Variante eines Kleides, das ich nach einem bei Jaeger in England gekauften Modell genäht habe. Dieses hier ist mein erster Versuch:

 

Ganz schlicht, ohne Taschen

Den Schnitt hat meine Nählehrerin abgenommen und direkt die Passform optimiert; das Original wartet immer noch auf kleine Änderungen sowohl der Schulter- wie der Taillenweite. Eins der Projekte auf der wachsenden To-Do-Liste.

Im wesentlichen handelt es sich um ein einfaches Schnittmuster mit senkrecht wie waagerecht geteilten Vorder- und Rückenteilen, wobei Brustabnäher und zwei kleine Rückenabnäher rechts und links des nahtfeinen Reißverschlusses dazukommen.

Die Abnäher wirken wegen des Lichtes wulstiger als sie tatsächlich sind.

Meine Puppe, eine Lady Valet, hat leider einen recht massiven Torso, der die Oberteile unnötig spannt, obwohl sie auf meine Maße eingestellt und mit Füllwatte optimiert wurde. Daher wird oft zuviel Zug auf den Reißverschluss ausgeübt und das Ankleiden ist bei körpernaher Kleidung schwierig.

Verfeinert wurde das Kleid mit kleinen Schlitzen an den Ärmeln und im Rockteil:

Ärmelschlitze im Boucle´
neigen zum Ausfransen.

    Der kleine unterlegte Gehschlitz erlaubt zumindest engagierten Cha-Cha-Cha.

     

    Das Oberteil wurde mit Vlieseline dünn beklebt und der  Korpus ist abgefüttert mit Stoff aus dem Bestand.

    Den Stoff, einen Baumwollboucle´in Cremeweiß, habe ich bei Alfatex in Bochum gekauft, geplant war ein Chaneljäckchen nach Claire Shaeffer, das mich vermutlich überfordert hätte. Mittlerweile hat das Christkind drei Meter wunderbaren weißen Linton-Tweed gebracht, die bis Ende Mai zu einem Kostüm verarbeitet werden sollen, und ich bin mit meinem Kleid wirklich glücklich.

     

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    Strickjacken in Frühlingsfarben

    Diese beiden Jacken habe ich schon im letzten Jahr gestrickt, die gelbe Jacke im Urlaub, weil es ohne Strickzeug dann doch nicht geht, die rosafarbene bei diversen Hörspielen oder Radiolesungen, nur zuhören macht mich kribbelig.

    Auch diese Jacke ist inspiriert von tichiro.

    Hier ist das einfache Muster gut zu erkennen.

     

    Vermutlich ist es schon drei Jahre her, dass tichiro in ihrem Blog zwei sehr schöne blaue Jäckchen vorgestellt hat, die mich begeisterten. Leider kann ich mich an die Quelle nicht mehr erinnern, aber das simple Muster aus rechten und linken Reihen gefiel mir gut, und mit Maschenprobe und ein bisschen Tüftelei klappte es ganz gut.

    Drei verschiedene Reihenfolgen , glatt rechts, glatt links und alternierend sind schon alles.

     

    Die Knöpfe stammen von einer ausgemusterten Bluse, sie sind zartrosa und changieren etwas, bei der Wolle handelt es sich um Silk Wool von Schachenmayr, die zu 64% aus Wolle, 27% aus Seide und 9% Polyamid besteht. Mir ist ein geringer Kunststoffanteil ganz lieb, weil das Material meist besser in Form bleibt. Lauflänge 120m auf 50g

    Die Jacke ist etwas zu weit geworden, für die Fotos habe ich dünne Schulterpolster einer ausrangierten Seidenbluse untergelegt, nach denen ich rosafarbene anfertigen und einsetzen werde. Erstmals habe ich die Ärmel nicht von Hand, sondern mit der Nähmaschine eingesetzt und dabei einen schmalen Streifen Einlage zum leichteren Verarbeiten mitlaufen lassen, der anschließend zurückgeschnitten wurde. Das klappte erstaunlich gut, und im Ergebnis sind die Nähte weniger auffallend als bei einer Handnaht mit Wolle.

    Die gelbe Jacke ist ein Modell von Lana Grossa aus einem älteren Coloursheft, die Wolle „Merino Air“ (90% Wolle, 10% Polyamid, Lauflänge 130m auf 50g) kommt ebenfalls von Lana Grossa. Sie ist nicht stark verzwirnt und etwas unregelmäßig, was beim Stricken manchmal lästig war. Als ich passend zu meinen Restknäueln weitere Farben dazu kaufen wollte, beschieden mich gleich zwei Strickladeninhaberinnen, daß die Qualität dieser Wolle so schlecht sei, daß man froh sei, nichts mehr am Lager zu haben. Schade, denn ich hätte mir gerne noch einen voluminösen Schal daraus gestrickt. Ich bin mit der Jacke und der Strickanleitung zufrieden, ich habe zwei verschiedene Reihenend- bzw. Reihenanfangsmaschen kennengelernt, die mir gut gefallen. Nach meiner Erfahrung sind die Anleitungen in den Filatiheften zuverlässig, sie erfordern kaum Anpassungen.

    Die Jacke ist verschlusslos

    Der Stehkragen ist in festen Maschen gehäkelt.

    Zum ersten Mal habe ich einen Kragen angehäkelt, bisher war mir die Kombination von Stricken und Häkeln nicht ganz geheuer, aber es hat besser funktioniert als erwartet.

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